Poppers – Download Infofolder

Mögliche Wirkungen
Die Wirkung von Poppers setzt sofort nach dem inhalieren ein und hält ca. 3-5 Minuten an. Gesicht und Oberkörper erröten und es kommt zu einem Gefühl von Wärme, Schwindel, Herzklopfen und zur Entspannung der Muskulatur.
Weiters kann es zu einer Verminderung des Schmerzempfindens, einer Erhöhung des Berührungsempfindens, Abbau von Hemmungen und Luststeigerung beim Sex kommen.
Manche KonsumentInnen berichten von einem Gefühl der Zeitlosigkeit und einem völligen Untertauchen im Augenblick des Erlebens.

 

Negative Effekte
Nach dem Konsum von Poppers, kann es für kurze Zeit zu einer starken Blutdrucksenkung kommen. Durch den Sauerstoffmangel im Gehirn, können Kopfschmerzen auftreten. UserInnen berichten auch von Reizung der Haut und der Schleimhäute, von einem Hitzegefühl auf der Haut, sowie von Herzrasen und Hustenreiz. In hohen Dosen kann es zu einem kurzzeitigen Bewusstseinsverlust kommen. Überdosierungen können aufgrund der Sauerstoffunterversorgung des Gehirns, zu Schlaganfall-Symptomen mit dauerhaften Lähmungen führen.

 

Wirkmechanismus
Poppers werden inhaliert (geschnüffelt) und so über die Nasenschleimhaut aufgenommen. Nach dem Konsum kommt es zur Entspannung der glatten, vaskulären Muskulatur. In weiterer Folge kommt es zur Entspannung der Arteriolen (kleine Blutgefäße) des Herzens, was zu einem Blutdruckabfall bei erhöhtem Puls und einer Leistungsabnahme der linken Herzvorkammer führt. Der Abfall des Blutdrucks dauert maximal 30 Sekunden; nach ca. 2 Minuten ist der Blutdruck wieder normal. Die psychischen Effekte werden durch entsprechende Reaktionen der Gehirnphysiologie hervorgerufen, wobei der genaue Wirkmechanismus noch nicht vollständig bekannt ist.

 

Mögliche Langzeitfolgen
Der häufige und langfristige Gebrauch von Poppers kann zu einer psychischen Abhängigkeit, sowie Impotenz führen. Es können weiters Herzrhythmusstörungen, vermehrtes Absterben von Gehirnzellen und Verätzungen der Nasenschleimhäute auftreten. UserInnen berichten ebenfalls von einer (teilweise starken) Schwächung des Immunsystems.

 

Konsumiere nie bei…

– niedrigem Blutdruck
– Blutarmut
– Herzrhythmusstörungen
– HIV Infektion
– Schwangerschaft

 

Risk Reduction
Poppers sollte niemals in Kombination mit anderen psychoaktiven Substanzen oder Medikamenten konsumiert werden, da es zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen kann.
Alkohol, Opiate und manche Medikamente können die Nebenwirkungen von Poppers potenzieren und somit die Gefahr von Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und Koma erhöhen. Poppers und Viagra niemals gemeinsam konsumieren, da beides blutdrucksenkend wirkt. Diese Kombination kann unter Umständen lebensgefährlich sein!

Den Kontakt von Poppers mit den Schleimhäuten und Augen unbedingt vermeiden. Bei einem derartigen Unfall müssen die betroffenen Körperteile sofort mit Wasser gespült werden. Um bleibende Schäden zu verhindern, sollte in weiterer Folge unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Da Poppers leicht brennbar ist, sollte man mit Zigaretten und Feuerzeugen besonders vorsichtig umgehen.

Vor dem nächsten Konsum sollten längere Pausen eingelegt werden.

Nicht auf Safer Sex vergessen!

 

Chemisches
Poppers ist der Sammelbegriff für Substanzen auf Nitritbasis wie Amylnitrit, Butylnitrit oder Isobutylnitrit, mit anderen Zusätzen wie Aromen. Sie werden zur Gruppe der Schnüffelstoffe gezählt und werden unter Produktnamen wie Rush, Rave, Hardware, etc. in Sexshops oder übers Internet vertrieben. Poppers sind flüchtige Flüssigkeiten (gelblich braun) mit fruchtigem Geruch, die aus der Flasche heraus inhaliert werden, aber keinesfalls getrunken werden dürfen (Lebensgefahr!).

 

Das Gesetz
Teilweise unterstehen in Poppers enthaltene Verbindungen (z.B. Amylnitrit) den Arzneimittelgesetz. Der Verkauf von solchen Produkten ist Apotheken vorbehalten und brachenfremden Personen untersagt. Der Besitz, sowie der Konsum von Poppers ist legal.

 

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andere…

Substanzen, die zu Rauschzwecken geschnüffelt werden können, sind in jedem Haushalt und jeder Werkstätte in Form von Lösungsmitteln oder Lack- oder Klebstoffen zu finden. Der Rausch ist von sehr kurzer Dauer und beginnt zumeist mit innerer Unruhe, Übelkeit und Atemnot. Kurz danach entspannt sich der Körper, Sinneswahrnehmungen sind verändert, Bewußtseinseinschränkungen und Halluzinationen können auftreten.

Die gesundheitlichen Risiken aller Inhalantien liegen in der Unterversorgung des Gehirns und anderen Organen mit Sauerstoff, einer Erhöhung des Gehirndrucks und einer Erhöhung der Krampfbereitschaft begründet. Die Folge dieser Effekte sind in extremen Fällen Atemlähmung, Ersticken oder Herz-Kreislaufversagen.

 

Lachgas (Distickstoffmonoxid)
Distickstoffmonoxid – die chemische Bezeichnung für Lachgas – wurde erstmals 1776 von Priestley hergestellt. 1868 wurde die erste Lachgas-Sauerstoff-Narkose durch den Arzt Andrews durchgeführt. Heute wird Lachgas in der Medizin vor allem in der Geburtshilfe und bei leichten Operationen angewendet. In der Industrie findet Lachgas heute als Treibmittel zum Aufschäumen von Schlagobers und anderen Nahrungsmitteln Verwendung. Die Rauschdauer beim Gebrauch von Lachgas als psychoaktive Substanz liegt zwischen einigen wenigen Sekunden und einer Minute. Häufiger und chronischer Konsum von Lachgas kann längerfristig zu Knochenmarksveränderungen und Neuropathie – einer Anfälligkeit des Organismus für Störungen im Bereich des vegetativen Nervensystems – führen.

Halogenierte Kohlenwasserstoffe
Halogenierte Kohlenwasserstoffe sind in Lösemitteln, Kühlflüssigkeiten, Feuerlöschmitteln, Schädlingsbekämpfungsmitteln und Narkosemitteln enthalten. Häufiges Einatmen dieser Substanzen kann Leber- und Nierenschädigungen, sowie zu Herzrhythmusstörungen und Atemlähmungen bewirken. Chronischer Gebrauch von Halogenierten Kohlenwasserstoffen kann zu starken Kopfschmerzen und diffusen Hirnschädigungen, zu Alkoholunverträglichkeit, zu Schleimhautreizungen und zu psychischer Abhängigkeit führen.

Farben, Klebstoffe und Gase
Das Inhalieren giftiger Farben, von Klebstoffe und Gasen ist gesundheitlich besonders bedenklich und kann zu langen Konzentrations- und Koordinationsschwierigkeiten sowie bleibenden Gehirnschäden führen.

Benzin
Benzin, das als Motorentreibstoff, Löse-, Entfettungs- oder Waschmittel in Verwendung ist, wird in der Chemie auch als aliphatischer Kohlenwasserstoff bezeichnet. Schnüffeln von Benzin kann eine starke körperliche Unruhe und Krämpfe auslösen, chronischer Konsum kann längerfristig zu Lungenerkrankungen und psychiatrischen Erkrankungen führen.

Risk reduction
Wenn du Schnüffelstoffe trotz gesundheitlicher Risiken konsumierst, solltest du – neben den allgemeinen Hinweisen zur risk reduction – über folgende Punkte Bescheid wissen:

  • Inhalantien werden eingeatmet und nicht getrunken. Ein Trinken von Inhalantien bewirkt schwere Verätzungen.
  • Tücher oder Plastiksackerl nie direkt auf das Gesicht legen, da es durch die ständige Rückatmung aus dem Sackerl oder Tuch zu lebensgefährlich niedrigen Sauerstoffkonzentrationen kommen kann, die zu Bewußtlosigkeit und Tod durch Ersticken führen können.
  • Vermeide Mischkonsum mit Alkohol und anderen Downern. Die dämpfenden Wirkungen dieser Substanzen potenzieren sich und erhöhen die Gefahren von Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und Koma.
  • Im Falle eine Überdosierung sofort die Rettung rufen.