Allgemeines
Natural drugs – oder Smart Drugs – sind psychoaktive Substanzen, die in der Natur vorkommen und zum Teil in Smart- oder Headshops verkauft werden. Chemisch gesehen haben diese Substanzen nicht sehr viel gemeinsam, gibt es doch tausende verschiedene Pflanzen, Pilze, Kakteen, Früchte und Kräuter, die bewusstseinsverändernd wirken.

Die Meinung, dass nicht verbotene, legal erhältliche Substanzen gesundheitlich unbedenklicher als illegale Substanzen sind, ist zwar ziemlich weit verbreitet aber dennoch falsch. Ob etwas legal oder illegal ist, hängt nur teilweise von den gesundheitlichen Risiken des Konsums ab.

Wenn du vorhast illegale oder legale psychoaktive Substanzen zu konsumieren – setze dich mit den zu erwartenden Wirkungen und den möglichen Gefahren der jeweiligen Substanz auseinander und beachte in allen Fällen die Punkte die unter Risk reduction angeführt sind.

 

Ephedra

Mögliche Wirkungen
Ephedrin hat eine amphetaminähnliche, das Zentrale Nervensystem anregende Wirkung. Im Vergleich zu Amphetamin dauert die Wirkung jedoch kürzer und ist insgesamt etwas schwächer ausgeprägt. Nach zirka einer Stunde erreicht die Wirkung von Ephedrin ihren Höhepunkt und kann dann bis 6 bis 8 Stunden andauern.
Niedrige Dosierungen wirken euphorisierend, der/die Betroffene fühlt sich meist sehr wach und entspannt. Ephedrinkonsum vermittelt ein Gefühl der Bewusstseinshelle und gesteigerter körperlicher Leistungsfähigkeit. Ephedra gilt auch als Aphrodisiakum (Mittel zur Anregung des Geschlechtstriebs), vor allem für Frauen. Bei Männern kann trotz sexueller Erregung aufgrund der gefäßverengenden Wirkung eine temporäre Impotenz auftreten.

Negative Wirkungen
Bekannte physische Nebenwirkungen sind ähnlich wie bei Aphetaminen, jedoch etwas milder. Dazu gehören ein erhöhter Blutdruck und eine gesteigerte Herzfrequenz. Daneben kann es zu Nervosität, Unruhe, Angst, Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Pulsrasen, Schwitzen sowie Atemschwierigkeiten kommen.
Hohe Dosen können Schwindelgefühl, Benommenheit, Tremor (Zittern), Verwirrtheit, Halluzinationen, Delirium und Krämpfe bewirken.
Gefährliche Symptome einer Überdosierung sind stark erhöhter Blutdruck und schneller, unregelmäßiger Herzschlag (Herzrhythmusstörungen), was in weiterer Folge zu einem Herzinfarkt führen kann.

Wirkmechanismus
Ephedrin wird von Magen und Dünndarm gut aufgenommen und gelangt auf diesem Weg ins Blut. Da es eine adrenerge Substanz ist, erfolgt die Stimulierung des Zentralen Nervensystems über Adrenorezeptoren, (nicht wie bei Amphetamin über Dopaminrezeptoren). Dadurch wird das sympathische Nervensystem angeregt, welches unter anderem Angriff oder Fluchtverhalten steuert. Die Stimulierung des sympathischen Nervensystems erhöht die Herzfrequenz sowie den Blutdruck. Einerseits kommt es zu einer Gefäßverengung in der Haut, den Schleimhäute sowie den Eingeweide, andererseits wird eine Gefäßerweiterung der Bronchien und der Skelettmuskulatur verursacht.
Der Abbau von Ephedrin erfolgt langsam und in kleinen Mengen über die Leber, die Ausscheidung über die Niere.

Mögliche Langzeitfolgen
Der regelmäßige Konsum von Ephedrin führt zu einer Toleranzbildung, es müssen immer größere Mengen eingenommen werden um die gleichen Effekte zu erzielen. Häufiger Ephedrinkonsum kann zu psychischer Abhängigkeit führen, es entsteht der Wunsch die Substanz immer wieder und in kürzeren Abständen zu konsumieren.
Diese Entwicklung geht mit anhaltender Müdigkeit, Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen, Nervosität, Gereiztheit, Konzentrationsschwierigkeiten und Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung sowie psychischen Störungen ähnlich den Amphetamin-Psychosen einher.
Zu den Langzeitfolgen gehören chronischer Bluthochdruck, Appetitlosigkeit, Magenprobleme, Hautunreinheiten, Zahnausfall und Veränderungen des Menstruationszyklus.

Nie konsumieren bei…
Durch die starke Wirkung auf Blutdruck und Herzschlagfrequenz sollten Personen mit Herz-Kreislauferkrankungen oder –problemen Ephedrin auf keinen Fall konsumieren.

Bei Diabetes, grünem Star, Schilddrüsenstörungen, Epilepsie und Leber- sowie Nierenschädigungen ist vom Konsum von Ephedrin ebenfalls abzuraten.

Ephedrin kann eine Kontraktion der Gebärmutter bewirken, die Plazentaschranke passieren und in die Muttermilch gelangen. Daher sollte während Schwangerschaft und Stillzeit unbedingt darauf verzichtet werden.

Ephedrin bewirkt sehr oft Schlaflosigkeit, deshalb sollten Personen mit Schlafproblemen diese Substanz nicht zu spät am Abend einnehmen.

Mischkonsum
Wird Ephedrin in Kombination mit MAO-Hemmern (dazu gehören einige Medikamente wie etwa bestimmte Antidepressiva) konsumiert, kommt es zu einer unkontrollierten Verlängerung und Verstärkung der Wirkung. Im Extremfall kann das zu einem tödlichen Anstieg des Blutdrucks oder der Herzschlagrate führen.
Vorsicht ist auch im Zusammenhang mit Alkohol geboten. Da die Alkohol-Wirkung aufgrund des leistungssteigernden Effektes von Ephedrin nicht mehr wahrgenommen wird, besteht die Gefahr einer Alkohol- Überdosierung.
Kombinationen von Ephedrin mit Koffein oder anderen aufputschenden Substanzen (wie Amphetamin, Ecstasy oder Kokain) können zu Zittern, gesteigerter Unruhe, Ängstlichkeit bis hin zu Panikreaktionen, sowie Herz- Kreislaufbeschwerden führen.

Risk reduction
Wird Ephedrin trotz gesundheitlicher und psychischer Risiken konsumiert sollten – neben den allgemeinen Hinweisen zur Risikoreduzierung – folgende Punkte beachtet werden:

  • Es ist schwierig eine genaue Menge anzugeben, ab der Ephedrin gesundheitlich bedenklich ist. Außerdem variiert der Anteil der wirksamen Inhaltsstoffe je nach Pflanzensorte stark und ist sogar bei der selben Sorte nicht konstant. Halte daher die Dosis beim ersten Versuch auf jeden Fall eher gering.
  • Da Ephedrin den Anstieg der Körpertemperatur bewirkt, die Speichelproduktion hemmt und starkes Schwitzen verursachen kann, ist unbedingt darauf zu achten genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen (jedoch nicht mehr als ½ Liter pro Stunde).
  • Wenn du Angst vor der Einnahme hast oder zur Zeit unter psychischen Problemen leidest (es dir nicht gut geht, du schlechte Stimmung hast), dann verzichte auf die Verwendung von Ephedrin, da deine Angst und deine Problehme verstärkt werden können.
  • Entsprechend geschützte Rahmenbedingungen während des Rausches und der Wirkungsdauer sind auf jeden Fall wichtig; konsumiere nur in einer dir angenehmen Atmosphäre.
  • Meide unter der Wirkung von Ephedrin den Straßenverkehr und lenke unter keinen Umständen ein Fahrzeug.

Chemisches
Ephedra ist auch als Mormonen-Tee, Meerträubel oder in seiner alten chinesischen Bezeichnung Ma Huang bekannt. Das Ephedra-Kraut gehört zur Familie der Ephedraceae. Es gibt ca. 44 zuverlässig beschriebene Arten, die bekannteste Art ist Ephedra sinica. Die verschiedenen Ephedra-Arten sind in Eurasien sowie Amerika verbreitet.
Ephedra ist eine krautige, blattlose, zirka 15cm große Pflanze mit kleinen gelben Blüten und runden, roten Früchten, die essbar sind und im Herbst heranwachsen.
Der Hauptwirkstoff von Ephedra ist das Alkaloid Ephedrin. Weitaus weniger Bedeutung haben weitere Bestandteile, u.a. Pseudoephedrin, Norephedrin und einige Gerbstoffe. Alkaloide sind in Pflanzen vorkommende, vorwiegend giftige Stickstoffverbindungen, welche auf das Zentralnervensystem einwirken. Die chemische Struktur ähnelt jener von Amphetamin, die stimulierende Wirkung auf das zentrale Nervensystem ist jedoch schwächer und dauert nicht so lange an. Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit kann der Konsum von Ephedrin bei Urintests für Amphetamine positive Ergebnisse bringen.
Der Wirkstoffgehalt ist je nach Sorte, Standort, Reifegrad der Pflanze usw. sehr unterschiedlich und kann sogar innerhalb einer Sorte stark variieren. Ephedra sinica gilt mit einem Gesamtalkaloidgehalt zwischen ca. 1-3% als potenteste Ephedra-Art. Heutzutage wird Ephedrin meist synthetisch in Form des Salzes Ephedrinsulfat hergestellt. Es ist ein weißes kristallines Pulver mit bitterem Geschmack, welches in Wasser und Alkohol gut löslich ist. Ephedrin kann in Form von Pillen, Kapseln oder in Kräuter-Mixturen und Tees konsumiert werden. Die wirksame Dosis für den medizinischen Gebrauch liegt bei 5 bis 10 mg Gesamtalkaloidgehalt (entspricht ca. 1 bis 3 g Ma Huang), oral eingenommen. Bei Bluthochdruck, Herzproblemen, Schilddrüsenstörungen und anderen Erkrankungen sowie Überempfindlichkeiten solltest du auf keinen Fall Ephedrin konsumieren. Die Wirkung tritt je nach Einnahmeform zwischen 30–60 Minuten ein und kann bis zu 8 Stunden anhalten.

Das Gesetz
Ephedrin ist der Wirkstoff einiger Medikamente und unterliegt daher dem österreichischen Arzneimittelgesetz, wobei besonders die unzulässige Weitergabe und der Vertrieb zu beachten sind.
Außerdem zählt Ephedrin zu den verbotenen Wirkstoffen der Dopingliste des IOC (International Olympic Committee).

Geschichte
Ephedra (chinesisch Ma Huang) gilt als eine der ältesten Heilpflanzen. Ma Huang wird in der Chinesischen Medizin seit ca. 5000 – 6000 Jahren u.a. zur Behandlung von Erkältungen, Asthma und Allergien eingesetzt. Schon die Neandertaler haben im heutigen Irak vor ca. 30.000 Jahren Ephedra für rituelle und vermutlich auch medizinische Zwecke verwendet.

Die Mormonen, welche zu den ersten Siedlern Amerikas zählen, verwenden Ephedra-Tee als Ersatz für die stimulierende Wirkung von Koffein, dessen Genuss ihnen aus religiösen Gründen verwehrt war. Daher stammt die volkstümliche Bezeichnung Mormonen-Tee.
Ephedrin, der psychoaktive Wirkstoff der Pflanze Ephedra, wurde erstmals 1887 von dem japanischen Chemiker N. Nagai isoliert.
Seit ca. 1920 wurde Ephedrin in der westlichen Medizin u.a. in Nasensprays zur Abschwellung der Schleimhäute, als Stimulantium, zur Asthmabehandlung und bei grippalen Effekten eingesetzt. Mit der Zeit wurde Ephedrin jedoch in den meisten Medikamenten durch Wirkstoffe mit weitaus geringeren Nebenwirkungen ersetzt. Als Appetitzügler hat sich Ephedrin aufgrund seines Abhängigkeitspotentials sowie diverser Nebenwirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem nicht durchgesetzt. Nach wie vor kommt es als Medikament gegen niedrigen Blutdruck zum Einsatz, da die Herztätigkeit angeregt und der Blutdruck erhöht wird. Heute wird Ephedrin als natürliches Stimulantium in Tees, chinesischen Kräutern und in Herbal Ecstasys wieder vermehrt verwendet.
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Hawaiianische Holzrose

Mögliche Wirkungen
Die Samen der Hawaiianischen Holzrose werden vorwiegend oral, unbehandelt zerkaut oder zermahlen und in Wasser aufgeweicht, eingenommen.
Die Wirkungsdauer beträgt ca. 6 bis 8 Stunden. Innerhalb der ersten zwei Stunden kommt es oft zu vorübergehendem Schwindelgefühl oder Übelkeit bis hin zu Bauchkrämpfen, Erbrechen und Durchfall. Die Pupillen sind unter dem Einfluss der Holzwindrose erweitert.
Die Wirkung ist ähnlich wie bei LSD. Die Hawaiianische Holzrose verändert das Bewusstsein bzw. steigert die Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit. Emotionen können intensiviert werden und das Raum-Zeit-Erleben verändert sich.
Geringe Dosen wirken eher anregend, während höhere Dosen eine dämpfende Wirkung entfalten. Es ist zu beachten, dass die Wirkung der Samen vier bis sechs Stunden nahezu auf dem selben Niveau bleibt.
Der Schwellenwert, ab dem die Wirkung eintritt, liegt bei einer Dosierung von 1-4 Samen. Bei bis zu 5 Samen wird von einer niederen, bis zu 8-10 Samen von einer hohen Dosierung gesprochen. Eine LSD ähnliche Wirkung ist bei 4-8 Samen zu erwarten. 13-14 Samen gelten als eine gesundheitlich bedenkliche Dosierung.

Negative Wirkungen
Besonders zu Beginn der Einnahme kann es – je nach Dosierung – zu Übelkeit, bis hin zu Magenkrämpfen, Erbrechen und Durchfall kommen. Überdosierungen führen möglicherweise zu Durchblutungsstörungen, gefährlichen Kreislaufproblemen und kurzen Ohnmachtsanfällen.
Die Veränderungen der Wahrnehmung sowie des Raum-Zeit-Erlebens lösen bei manchen Personen Angstzustände und Verwirrung aus.
Nach dem Abklingen der Wirkung können Gefühle der Niedergeschlagenheit und der Leere auftreten

Wirkmechanismus
Mutterkornalkaloide stimmen in ihrer chemischen Grundstruktur mit bestimmten, im Gehirn vorkommenden Neurotransmittern, die unser psychisches Erleben steuern, überein. Dazu gehören zum Beispiel Serotonin und Noradrenalin. Neurotransmitter wirken über Rezeptoren dämpfend oder stimulierend auf einzelne Teile des Zentralnervensystems. Die Alkaloide gelangen nach ihrer Einnahme über die Blutbahn ins Gehirn. Aufgrund der Ähnlichkeit der Alkaloide mit den genannten Neurotransmittern passen diese körperfremden Substanzen wie ein Schlüssel in das Schlüsselloch der körpereigenen Neurotransmitter-Rezeptoren und entfalten so ihre Wirkung.

Mögliche Langzeitfolgen
Die Hawaiianische Holzrose ist zur Zeit noch unzureichend erforscht. Da traditionelle Gebrauchsformen weitgehend unbekannt sind, kann nicht auf Erfahrungsberichte und wissenschaftliche Daten zurückgegriffen werden. Die Folgen einer regelmäßigen Einnahme sind daher nicht vorhersehbar.
Die Holzrose kann bereits bestehende negative Befindlichkeiten und Stimmungen verstärken und psychische Erkrankungen auslösen.

Nie konsumieren bei …

  • Angst vor dem Konsum, Unruhe, negativer Befindlichkeit und psychischen Erkrankungen, da bestehende Gefühle verstärkt werden können. Verzichte daher auf den Konsum, wenn du nicht gut drauf bist oder dich schlecht fühlst.
  • Lebererkrankungen
  • Herz-, Kreislaufproblemen
  • Die Holzrose kann Gebärmutterkontraktionen verursachen und somit bei einer Schwangerschaft frühzeitig Wehen einleiten bzw. eine Geburt auslösen.

Risk reduction
Wird Holzrose trotz der gesundheitlichen und psychischen Risken konsumiert, solltest du – neben den allgemeinen risk reduction Hinweisen und den speziellen Informationen zu LSD – über folgende Punkte Bescheid wissen:

  • Da der Wirkstoffgehalt bei Halluzinogenen kaum einschätzbar ist, nur wenig nehmen und zumindest 1-2 Stunden auf die Wirkungen warten. Falls überhaupt notwendig die Dosis nur langsam steigern. Bei vollem Magen kann die Wirkung noch weiter verzögert eintreten.
  • Wenn du Angst vor der Einnahme hast oder zur Zeit unter psychischen Problemen leidest (es dir nicht gut geht, du schlechte Stimmung hast), dann verzichte auf die Verwendung von Hawaiianischer Holzrose, da deine Angst und deine Probleme verstärkt werden können.
  • Entsprechend geschützte Rahmenbedingungen während des Rausches und der Wirkungsdauer sind auf jeden Fall wichtig; konsumiere nur in einer dir angenehmen Atmosphäre.
  • Meide unter der Wirkung der Holzrose den Straßenverkehr und lenke unter keinen Umständen ein Fahrzeug.
  • Da Halluzinationen häufig mit Wirklichkeitsverlust einhergehen, ist es in jedem Fall ratsam, jemanden dabei zu haben, der „nüchtern“ ist und auf dich aufpasst.
  • Da die Wirkung bis zu 8 Stunden anhält, nimm dir genügend Zeit für den Trip und sorge dafür, dass du auch am nächsten Tag viel Zeit und Ruhe hast, um gegebenenfalls die Erlebnisse des Holzrosen-Rausches zu verarbeiten.

Gesetz
Die Samen und die Aufzucht der Pflanze unterliegen in Österreich keinen gesetzlichen Bestimmungen.

Chemisches
Die Hawaiianische Holzrose (Argyreia nervosa, Hawaiian baby woodrose) ist eine mehrjährige, hochwachsende Kletterwinde mit großen, herzförmigen Blättern und trichterförmigen, meist violetten Blüten. Die beerenartigen Früchte enthalten braune, glatte Samen. Die Holzrose gilt als das potenteste Windengewächs, da die Samen zu ca. 0,3% psychoaktiv stark wirksame Mutterkornalkaloide enthalten.
Alkaloide sind vorwiegend giftige stickstoffhaltige Verbindungen, die sehr spezifische Wirkung auf bestimmte Zentren des Nervensystems haben. Die Pflanzen enthalten verschiedene, unterschiedlich giftige Anteile, wodurch es neben der psychoaktiven Wirkung zumeist auch zu unangenehmen Nebenwirkungen bis hin zu schweren Vergiftungen kommen kann.

Das für die psychoaktive Wirkung bedeutsamste Alkaloid ist Lysergsäureamid (LSA).

Geschichte
Die Hawaiianische Holzrose (lateinisch Argyreia nervosa) wird wegen des silbrigen Glanzes der Behaarung auf der Blattunterseite auch Silberkraut genannt. Das Ursprungsland der Hawaiianischen Holzrose ist Indien, allerdings wurde sie früh nach Hawaii eingeführt und ist heutzutage hauptsächlich dort beheimatet. In Indien wird die Pflanze seit jeher in der dort praktizierten ayurvedischen Medizin als Tonikum (stärkendes Mittel), Verjüngungsmittel, Aphrodisiakum (Mittel zur Anregung und Steigerung des Geschlechtstriebs) und zur Intelligenzsteigerung verwendet.
Über den rituellen Gebrauch der Hawaiianischen Holzrose ist trotz der psychoaktiven Wirkung bisher wenig bekannt. Vermutlich wurden die Samen in der schamanischen Hunareligion als Zauber- oder Heilmittel verwendet.
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Engelstrompete

Mögliche Wirkungen
Für den Rausch charakteristisch ist die narkotische, bewusstseinstrübende und dämpfende Wirkung von Scopolamin. Der Rausch ist vergleichbar mit einem traumartigen Zustand, wobei Artikulation und kognitive Fähigkeiten zumeist erhalten bleiben. Die Halluzinationen sind überwiegend optischer Natur und weisen oftmals einen stark realen Charakter mit Wirklichkeitsverlust auf. Wie bei allen Nachtschattengewächsen ist die Wirkstoffkonzentration je nach Standort, Bodenverhältnissen und Pflanzenteilen unterschiedlich. Es ist daher schwierig bis unmöglich, vorweg zu bestimmen, ab welcher Menge die Wirkung beginnt und ab wann Vergiftungsgefahr besteht. Außerdem reagieren Menschen unterschiedlich auf Tropan-Alkaloide, d.h. dass eine gleiche Dosis vollkommen unterschiedliche Effekte hervorrufen kann. Die Engelstrompete gehört zu den stärksten Halluzinogenen der Pflanzenwelt. Bereits kleine Mengen können demnach schon starke Wirkungen und Nebenwirkungen verursachen.

Negative Wirkungen
Durch die erhöhte Körpertemperatur kommt es zu negativen Effekten wie trockenen Schleimhäuten, Schluckbeschwerden, geröteter Haut und Schweißausbrüchen. Es kann sich ein – oft unangenehm erlebtes – gesteigertes Tastempfinden sowie ein Jucken und Stechen am ganzen Körper entwickeln. Weiters können Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Taubheitsgefühl im Rachen oder in den Beinen sowie Sehstörungen auftreten. Gleichgewichtsstörungen, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen und Kammerflimmern wurden ebenfalls beobachtet.

Je höher die Dosierung, desto eher treten Halluzinationen mit Bewusstseinsstörungen auf. In Folge einer Überdosierung kann es zu Bewusstlosigkeit, Koma bis zum Tod durch zentrale Atemlähmung oder Herz-Kreislaufversagen kommen. Oftmals wirken die starken Halluzinationen angsterregend. Dieses Gefühl kann durch Wirklichkeitsverlust, gesteigerte Unruhe und Verwirrtheit verstärkt werden. Berichten von UserInnen zur Folge treten auch depressive Verstimmungen auf.

Wirkmechanismus
Die Tropan-Alkaloide Scopolamin und Atropin werden über die Schleimhäute und über die Haut aufgenommen und gelangen so in den Blutkreislauf und weiter zum zentralen Nervensystem wo sie u.a. den Neurotransmitter Acetylcholin hemmen. Neurotransmitter sind Botenstoffe im Gehirn, die wichtige psychische Funktionen steuern bzw. beeinflussen. Acetylcholin gilt als Botenstoff, der für die Steuerung von Logik, Vernunft und Kritikfähigkeit mitverantwortlich ist und spielt eine wichtige Rolle bei Merkfähigkeit und Gedächtnisleistung.

Prinzipiell wirken alle Pflanzenteile der Engelstrompete (Blätter, Blüten, Stängel und Samen) psychoaktiv, wobei die höchste Wirkstoffkonzentration in den Blüten und Samen zu finden ist. Die einzelnen Teile können geraucht, als Tee zubereitet, gekocht oder roh eingenommen werden. Von der Art der Einnahmeform oder Zubereitung der Engelstrompete hängt die Stärke der Wirkung und die Gefahr einer lebensbedrohlichen Vergiftung ab. Je nach Einnahmeart setzt die Wirkung ca. nach einer Stunde ein. Die Dauer des Rausches beträgt zwischen 4 und 24 Stunden, wobei eine auftretende Pupillenerweiterung oft tagelang anhält.

Mögliche Langzeitfolgen
Die Engelstrompete gilt als stark psychoaktiv wirksame Pflanze die bei hoher Dosierung und/oder bei oftmaligem Gebrauch neben der akuten Vergiftungsgefahr zu tagelangen deliranten Zuständen mit wochenlangen Nachwirkungen führen kann. Darüber hinaus können psychische Erkrankungen ausgelöst oder verstärkt werden. Auch eine anhaltende Beeinträchtigung der Konzentration und Merkfähigkeit bis hin zum Gedächtnisverlust ist nicht auszuschließen.

Nie konsumieren bei

  • Angst vor dem Konsum, Unruhe und psychischen Erkrankungen, da bestehende Gefühle verstärkt werden können. Verzichte auch auf den Konsum, wenn du nicht gut drauf bist oder dich schlecht fühlst.
  • Menschen mit Herzschäden oder Herz-Kreislauferkrankungen sollten auf den Konsum von Nachtschattengewächsen verzichten, da der Herzschlag beschleunigt wird.

Mischkonsum
Vom Mischkonsum ist abzuraten, da es zu unvorhersehbaren Verstärkungen und Veränderungen der Rauschwirkung kommen kann.
Durch Kombination von Nachtschattengewächsen mit Alkohol können die Wirkungen beider Substanzen wechselseitig verstärkt werden.
Der gleichzeitige Konsum von Stimulanzien und Engeltrompete können Herz- Kreislaufstörungen verstärken.
Für den Mischkonsum mit Cannabis gilt ähnliches wie bei Alkohol. Die Wirkung der Engelstrompete wird verstärkt. Beim „Runterrauchen“ mit Cannabis kann die halluzinogene Wirkung wieder einsetzen bzw. stärker hervortreten.

Risk Reduction
Wird die Engelstrompete trotz der gesundheitlichen und psychischen Risken konsumiert, solltest du – neben den allgemeinen Hinweisen zur risk reduction – über folgende Punkte Bescheid wissen:

  • Da noch nicht alle Inhaltsstoffe der Engelstrompete sowie deren Auswirkungen erforscht sind, ist generell höchste Vorsicht geboten.
  • Die Alkaloidkonzentration in den Pflanzenteilen, besonders in den Samen, ist sehr hoch und unterliegt außerdem großen Schwankungen. Vom Essen der Pflanzen bzw. von der Zubereitung eines Tees ist abzuraten, da die Wirkung der jeweiligen Dosis kaum eingeschätzt werden kann und die Vergiftungsgefahr groß ist.
  • Das Rauchen von Blättern und Blüten ist eher kontrollierbar, da die Wirkung Zug für Zug überprüft werden kann. Du solltest trotzdem mit möglichst geringer Dosis (z. B. eine Menge, die etwa 1 bis 2 Zigaretten entspricht) beginnen und nach jedem Zug erst einmal abwarten, bis die Wirkung eintritt.
  • Wenn du Angst vor der Einnahme hast, es dir nicht gut geht oder du schlechte Stimmung hast, dann verzichte auf dem Konsum von Nachtschattengewächsen, da deine Angst und deine Probleme verstärkt werden können.
  • Entsprechend geschützte Rahmenbedingungen während des Rausches sind auf jeden Fall wichtig; konsumiere nur in einer dir angenehmen Atmosphäre.
  • Meide unter der Wirkung von Engelstrompete Straßen und andere öffentliche Orte und lenke unter keinen Umständen ein Fahrzeug.
  • Da Halluzinationen häufig mit Wirklichkeitsverlust einhergehen, ist es in jedem Fall ratsam, jemanden dabei zu haben, der „nüchtern“ ist und auf dich aufpasst.
  • Die Wirkung kann bis zu 24 Stunden andauern. Es ist daher wichtig, bereits vor der Einnahme genügend nicht-alkoholische Getränke und Nahrungsmittel und andere essentielle Dinge in der Nähe zu haben.
  • Während des Rausches kommt es häufig zu tiefen, verwirrenden oder verunsichernden Eindrücken. Nimm dir zumindest am Tag danach viel Zeit und Ruhe, um die Erlebnisse des Rausches und die Nachwirkungen zu verarbeiten. Achte auf mehrwöchige Abstände zwischen den Rauschzuständen.

Das Gesetz
Samen und Pflanzen sind frei erhältlich. Tropan-Alkaloide sind zwar nicht dem Suchtmittelgesetz (SMG) unterstellt, Atropin und Scopolamin unterstehen allerdings dem Arzneimittelgesetz (AMG). Das Arzneimittelgesetz verbietet die unzulässige Weitergabe und den Vertrieb von Medikamenten.

Chemisches
Die Engelstrompete (lateinisch Brugmansia) ist ein baumartiger Strauch mit trompetenförmigen Blüten, die, je nach Gattung, in den verschiedensten Farben blühen und in der Nacht einen intensiven süßlichen Duft verströmen. Es gibt viele Arten der Engelstrompete, die sich in ihrer Wirkung unterscheiden. Die weißblütige Engelstrompete wirkt schwach halluzinogen, die gelbe weist eine mittlere halluzinogene Wirkung auf. Die rotblütige hingegen wirkt stark halluzinogen.

Die für die Wirkung aller Nachtschattengewächse verantwortlichen psychoaktiven Bestandteile sind die Tropan-Alkaloide Scopolamin, Hyoscamin und Atropin. Alkaloide sind in Pflanzen vorkommende vorwiegend giftige Stickstoffverbindungen, welche oft auf das Zentralnervensystem einwirken und schon in geringen Dosen tödlich sein können. Der Hauptwirkstoff Scopolamin gilt als starkes Halluzinogen mit narkotisch-bewusstseinstrübenden Wirkung.

Geschichte
Die Engelstrompete (lat. Brugmansia) gehört zur Gattung der Nachtschattengewächse. Alle Brugmansia-Arten stammen aus Südamerika und wurden dort wahrscheinlich schon in prähistorischer Zeit rituell und medizinisch genutzt. Heute sind sie nur mehr als Zuchtpflanzen, nicht aber als Wildpflanzen weltweit verbreitet. Die Farbe der Blüten variiert – je nach Art – zwischen weiß, gelb, orange und rot. Die Engelstrompete wird bis heute von Indianerstämmen als Rauschmittel bei religiösen Ritualen verwendet. Die Einnahme dient PriesterInnen der Zukunftsvoraussage sowie der Diagnostik und Heilung von Krankheiten wie z.B. Rheumatismus oder der Schmerzlinderung bei Verletzungen. Die Samen werden von indianischen Völkern auch als Zusatz zur Chicha (Maisbier) verwendet, die bei Dorffesten und religiösen Anlässen getrunken wird. Aufgrund der unangenehmen Nebenwirkungen sowie der schwierigen Dosierbarkeit ist die Nutzung der Engelstrompete als psychoaktive Substanz selten.
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Tollkirsche

Mögliche Wirkungen
Nach der oralen Einnahme zeigt sich innerhalb von ein bis zwei Stunden allgemeine Erregung und körperliche Unruhe. In der zweiten Wirkphase überwiegen die betäubenden, dämpfenden Effekte. Die Wirkung dauert 3-8 Stunden. Sie reicht von Rede- und Bewegungsdrang, starker Euphorie, emotionalen Stimmungsschwankungen (Heiterkeit, Wein- und Lachkrämpfe) und Bewegungsstörungen, über verwirrte Sprache und Orientierungsverlust bis hin zu Schreien, Tobsuchtanfällen, Wut und Raserei. Hinzu kommt ein gesteigertes Tastgefühl und eine geringfügig verminderte Schmerzempfindlichkeit. Die eintretende Erweiterung der Pupillen kann mehrere Tage anhalten.
Im Mittelpunkt der psychischen Wirkung stehen Halluzinationen, die meist als bedrohlich, dunkel, dämonisch, angstvoll und erschreckend beschrieben werden. Gelegentlich treten sexuelle Phantasien oder sexuell gefärbte Träume auf.

Negative Wirkungen
Die halluzinogene Wirkung unterscheidet sich von LSD-Halluzinationen durch den vollkommenen Realitätsverlust und den vorwiegend erschreckenden und angsterzeugenden Charakter der Rausch-Erlebnisse.
Zu körperlichen Nebenwirkungen zählen trockene, gerötete und heiße Haut, Trockenheit der Mundschleimhäute einhergehend mit Sprach- und Schluckstörungen, Pulsbeschleunigung, Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen sowie motorische Unruhe.
Eine Überdosierung zeigt zu Beginn ebenfalls einen zentralerregenden Effekt, welcher später in eine betäubende und schlaffördernde Wirkung übergeht. Dabei kann es zu Bewusstlosigkeit, Koma und im extremen Fall zum Tod durch Atemlähmung kommen. Bei Erwachsenen ist eine Dosis ab 10 Beeren lebensbedrohlich, bei Kinder eine Dosis von 2 Beeren. Da auch geringere Mengen eine lebensbedrohliche Wirkung haben können, ist von einer nicht medizinischen Verwendung in jedem Fall abzuraten.

Wirkungsmechanismus
Für die psychoaktiven Effekte der Tollkirsche ist vor allem das Tropan-Alkaloid Atropin verantwortlich. Es wird über die Schleimhäute und über die Haut aufgenommen, gelangt so in den Blutkreislauf und weiter zum zentralen Nervensystem, wo es u.a. den Neurotransmitter Acetylcholin hemmt. Neurotransmitter sind Botenstoffe im Gehirn, die wichtige psychische Funktionen steuern bzw. beeinflussen. Acetylcholin gilt als der Botenstoff, der für die Steuerung von Logik, Vernunft und Kritikfähigkeit mitverantwortlich ist. Ein Mangel an Acetylcholin beeinträchtigt Merkfähigkeit und Konzentration. Des weiteren werden verschiedene körperliche Vorgänge wie z.B. die Verdauung, die Speichelsekretion, der Herzschlag und die Pupillenerweiterung beeinflusst.

Mögliche Langzeitfolgen
Langzeitfolgen sind noch nicht ausreichend erforscht. Erfahrungsberichten zur Folge, können Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen noch Tage bis Wochen nach dem Rausch anhalten.

Nie konsumieren bei …

  • Angst vor dem Konsum, Unruhe und psychischen Erkrankungen, da bestehende Gefühle verstärkt werden können. Verzichte auch auf den Konsum, wenn du nicht gut drauf bist oder dich schlecht fühlst.
  • Menschen mit Herzschäden oder Herz-Kreislauferkrankungen sollten auf den Konsum von Nachtschattengewächsen verzichten, da der Herzschlag beschleunigt wird.

Mischkonsum
Die Kombination mit Stimulanzien belastet das Herz-Kreislaufsystem. Es können Herzkreislaufstörungen, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und Koma eintreten.

Alkohol verstärkt und/oder verändert die Rauschwirkung der Tollkirsche in unvorhersehbarer Weise. Beispielsweise können Kontrollverlust und Orientierungslosigkeit auftreten.

Risk Reduction
Wird die Tollkirsche trotz der gesundheitlichen und psychischen Risken konsumiert, solltest du – neben den allgemeinen Hinweisen zur risk reduction – über folgende Punkte Bescheid wissen:

  • Die Alkaloidkonzentration in den Pflanzenteilen ist sehr hoch und unterliegt großen Schwankungen. Vom Essen der Pflanzen bzw. vor der Zubereitung eines Tees ist abzuraten, da die Wirkung der jeweiligen Dosis kaum eingeschätzt werden kann und die Vergiftungsgefahr groß ist.
  • Das Rauchen von Blättern und Blüten ist eher kontrollierbar, da die Wirkung Zug für Zug überprüft werden kann. Daher mit möglichst geringer Dosis beginnen und nach jedem Zug abwarten, bis die Wirkung eintritt.
  • Wenn du Angst vor der Einnahme hast, es dir nicht gut geht oder du schlechte Stimmung hast, dann verzichte auf dem Konsum von Nachtschattengewächsen, da deine Angst und deine Probleme verstärkt werden können.
  • Entsprechend geschützte Rahmenbedingungen während des Rausches und der Wirkungsdauer sind auf jeden Fall wichtig; konsumiere nur in einer dir angenehmen Atmosphäre.
  • Meide unter der Wirkung der Tollkirsche den Straßenverkehr und lenke unter keinen Umständen ein Fahrzeug.
  • Da Halluzinationen häufig mit Wirklichkeitsverlust einhergehen, ist es in jedem Fall ratsam, jemanden dabei zu haben, der „nüchtern“ ist und auf dich aufpasst.
  • Während des Rausches – der bis zu 8 Stunden andauern kann, kommt es häufig zu tiefen, verwirrenden oder verunsichernden Eindrücken. Nimm dir zumindest am Tag danach viel Zeit und Ruhe um die Erlebnisse des Rausches und die Nachwirkungen zu verarbeiten. Achte auf große mehrwöchige Abstände zwischen den Rauschzuständen.

Das Gesetz
Die Tropan-Alkaloide, Atropin und Scopolamin unterstehen ebenso wie Wurzeln und Blätter der Tollkirsche dem Arzneimittelgesetz (AMG) und sind verschreibungspflichtig. Das Arzneimittelgesetz verbietet die unzulässige Weitergabe und den Vertrieb von den getrockneten Teilen der Pflanze und von Medikamenten in denen die Wirkstoffe der Tollkirsche enthalten sind.

Chemisches
Die Tollkirsche ist eine bis zu 2 m hohe, mehrjährige, verästelte Staude mit violetten glockenförmigen Blüten. Sie gehört wie die Engelstrompete und der Stechapfel zur Gattung der Nachtschattengewächse. Die tobsuchtsähnlichen Anfälle die die kirschengroßen, schwarz glänzenden Früchte auslösen können, sind ausschlaggebend für die Namensgebung diese Pflanze.
Die psychoaktiv wirksamen Bestandteile der Tollkirsche sind Tropan-Alkaloide, wie Atropin, Hyoscyamin und Scopolamin. Alkaloide sind in Pflanzen vorkommende, vorwiegend giftige Stickstoffverbindungen, welche auf das Zentralnervensystem einwirken und schon in geringen Dosen tödlich sein können. Der in der Pflanze überwiegend vorkommende Wirkstoff Hyoscyamin, verwandelt sich beim Trocknen und Lagern zu Atropin. In der getrockneten Pflanze macht somit Atropin den Hauptanteil der Alkaloide aus.

Die ganze Pflanze enthält zwischen 0,3 – 0,5 % Tropan-Alkaloide, wobei die Wirkstoffkonzentration in den verschiedenen Pflanzenteilen sehr unterschiedlich ist (getrocknete Wurzel: 0,3–1,2%, reife Früchte: 0,1-9,6%). Diese Schwankungen führen dazu, dass neben der erwarteten psychoaktiven Wirkung auch unangenehme Nebenwirkungen, bis hin zu lebensbedrohlichen Vergiftungen, auftreten. Die Tollkirsche weist aufgrund ihrer starken Wirksamkeit ein besonders hohes Vergiftungsrisiko mit lebensbedrohlichen Folgen auf.

Die Pflanzenteile der Tollkirsche können geraucht oder oral eingenommen werden. Der Wirkstoff Atropin kann auch über die Haut aufgenommen werden, deshalb sind Salbenzubereitungen (sogenannte Hexensalben) möglich.

Geschichte
Die Tollkirsche gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und ist in Europa, Asien und Nordafrika beheimatet. Die lateinische Bezeichnung lautet Atropa Belladonna, wobei „Belladonna“ schöne Frau heißt, was auf die kosmetische Verwendung des Saftes der Beere als Schminkmittel und zur Pupillenvergrößerung hinweist. Schwarz aussehende Augen galten damals als besonderes Schönheitsmerkmal. Atropa leitet sich von der griechischen Schicksalsgöttin Atropos ab, welche den Lebensfaden der Menschen zerschneidet um sie in das Reich der Toten zu führen.
Die Verwendung der Tollkirsche reicht bis in die Antike zurück, sie wurde u.a. als Schmerzmittel sowie zur Therapie von psychischen Erkrankungen, wie z.B. Depression benutzt. Im alten Orient versetzte man Bier und Wein mit Tollkirschensaft um die Wirkung dieser Getränke zu verstärken.
Berichten zufolge wurde die Tollkirsche im sogenannten Hexenkult des Mittelalters als Bestandteil von „Hexensalben“ und „Liebestränken“ genutzt. Bis ins 18. Jahrhundert war die Tollkirsche mit „Aberglaube“, „schwarzer Magie“ und bösen Geistern assoziiert.
Die medizinische Verwendung der Tollkirsche ist hingegen bis heute gebräuchlich. Atropa Belladonna wird u.a. in der Augenheilkunde, bei Herzrhythmusstörungen und als krampflösendes Mittel bei Epilepsie, Asthma sowie Atemwegserkrankungen angewandt.
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Stechapfel

Mögliche Wirkungen
Wie bei den meisten anderen psychoaktiven Pflanzen ist die Wirkstoffkonzentration je nach Standort, Bodenverhältnissen und Pflanzenteilen unterschiedlich. Das gilt besonders für Nachtschattengewächse, bei denen die Konzentration zwischen 0,2% bis über 2% schwankt. Aufgrund der starken Schwankungen der Alkaloidkonzentrationen und der individuellen Reaktionen auf Tropan-Alkaloide ist es schwierig bis unmöglich, vorweg zu bestimmen, ab welcher Menge sich die Wirkung entfaltet und ab wann Vergiftungsgefahr besteht. Die Angaben bezüglich Dosierungen in der Literatur sind daher sehr unterschiedlich. Nach Rätsch (1998) befinden sich tödlich wirksame Alkaloidmengen bereits in 4-5g der getrockneten Blätter, allerdings können schon 0,3g giftig sein.
Kennzeichnend für den Stechapfelrausch sind Halluzinationen, die als sehr real erlebt werden und häufig mit Wirklichkeitsverlust einhergehen. Auch ein Verlust des Zeitgefühls sowie der Ich-Kontrolle kann auftreten. Darüber hinaus hat der Stechapfel eine dämpfende, schlaffördernde Wirkung. Oftmals tritt nach kurzer Zeit narkoseähnlicher Schlaf mit bilderreichen Träumen ein. Art, Stärke und Dauer der Wirkungen des Stechapfels, sind von der Zusammensetzung und dem Mengenverhältnis der verschiedenen Alkaloide innerhalb einer Pflanze abhängig. Aus diesem Grund ist die Wirkung schwer vorhersehbar. Bereits wenige Samen können starke Wirkungen auslösen und lebensbedrohliche Folgen haben. Ein Stechapfelrausch kann bis zu 36 Stunden anhalten.

Negative Wirkungen
Zu den körperlichen Effekten zählen stark erweiterte Pupillen, über die Dauer des Rausches hinaus anhaltende Sehstörungen (z.B. Weitsichtigkeit), Trockenheit der Mund- und Rachenschleimhäute, die zu Schluck- und Sprachstörungen führen, ein unangenehm übersteigertes Tastgefühl, Kratzen im Hals, Herzklopfen und allgemeine Erregung sowie eine Beeinträchtigung der Bewegungsfreiheit. Bei hoher Dosierung treten starke körperliche Unruhe, Rededrang, Raserei, Tobsucht und Weinkrämpfe auf. Darüber hinaus kann es zu Bewusstseinstrübung mit Sinnestäuschungen, Bewusstlosigkeit, Koma bis zum Tod durch Atemlähmung kommen.
Oftmals wirken die starken Halluzinationen angsterregend, die durch den, von der Tollkirsche ausgelösten, Wirklichkeitsverlust, die gesteigerte Unruhe und Verwirrtheit verstärkt werden können.

Wirkmechanismus
Verantwortlich für die psychoaktiven Effekte des Stechapfels sind Tropan-Alkaloide wie Scopolamin, Hyoscamin und Atropin. Sie gelangen über den Blutkreislauf zum Zentralnervensystem, wo sie u.a. den Neurotransmitter Acetylcholin hemmen. Neurotransmitter sind Botenstoffe im Gehirn, die wichtige psychische Funktionen steuern bzw. beeinflussen. Acetylcholin gilt als der Botenstoff, der für die Steuerung von Logik, Vernunft und Kritikfähigkeit mitverantwortlich ist. Ein Mangel an Acetylcholin beeinträchtigt Merkfähigkeit und Konzentration.
Prinzipiell wirken alle Pflanzenteile des Stechapfels (Blätter, Blüten, Stängel und Samen) psychoaktiv, wobei die höchste Wirkstoffkonzentration in den Blüten und Samen zu finden ist. Die einzelnen Teile können geraucht, als Tee zubereitet, gekocht oder roh eingenommen werden. Von der Art der Einnahmeform oder Zubereitung des Stechapfels hängt die Stärke der Wirkung und die Gefahr einer lebensbedrohlichen Vergiftung ab. Die Wirkung setzt – je nach Einnahmeart – spätestens nach 2 Stunden ein.

Mögliche Langzeitfolgen
Der Stechapfel gilt als stark psychoaktiv wirksame Pflanze, die bei hoher Dosierung oder bei oftmaligem Gebrauch neben der akuten Vergiftungsgefahr zu tagelangen deliranten Zuständen mit wochenlangen Nachwirkungen sowie zu psychischen Erkrankungen führen kann. Auch eine anhaltende Beeinträchtigung der Konzentration und Merkfähigkeit bis hin zum Gedächtnisverlust ist nicht auszuschließen.

Nie konsumieren bei …

  • Menschen mit Herzschäden oder Herz-Kreislauferkrankungen sollten auf den Konsum von Nachtschattengewächsen verzichten, da der Herzschlag beschleunigt wird.
  • Angst vor dem Konsum, Unruhe, negative Befindlichkeit und psychische Erkrankungen, können bestehende Gefühle und Probleme verstärken. Verzichte daher auf den Konsum, wenn du nicht gut drauf bist oder dich schlecht fühlst.

Mischkonsum
Von Mischkonsum ist generell abzuraten, da es zu unvorhersehbaren Verstärkungen und Veränderungen der Rauschwirkung kommen kann. Durch Kombination von Nachtschattengewächsen mit Alkohol können die Wirkungen beider Substanzen wechselseitig verstärkt werden.

Risk reduction
Stechapfel trotz der gesundheitlichen und psychischen Risken konsumiert, solltest du – neben den allgemeinen Hinweisen zur risk reduction – über folgende Punkte Bescheid wissen:

  • Die Alkaloidkonzentration in den Pflanzenteilen, besonders in den Samen, ist sehr hoch und unterliegt außerdem großen Schwankungen. Vom Essen der Pflanzen bzw. vor der Zubereitung eines Tees ist abzuraten, da die Wirkung der jeweiligen Dosis kaum eingeschätzt werden kann. Eine Überdosierung ist schnell erreicht, da die wirksame und die tödliche Dosis sehr nahe beieinander liegen.
  • Die Wirkung beim Rauchen von Blättern und Blüten ist eher kontrollierbar, da sie Zug für Zug dosiert werden kann. Beginne mit möglichst geringer Dosis und warte die jeweilige Wirkung ab, um Überdosierung zu vermeiden.
  • Wenn du Angst vor der Einnahme hast, es dir nicht gut geht oder du schlechte Stimmung hast, dann verzichte auf dem Konsum von Nachtschattengewächsen, da deine Angst und deine Probleme verstärkt werden können.
  • Entsprechend geschützte Rahmenbedingungen während des Rausches sind auf jeden Fall wichtig; konsumiere nur in einer dir angenehmen Atmosphäre.
  • Meide unter der Wirkung von Stechapfel Straßen und andere öffentliche Orte und lenke unter keinen Umständen ein Fahrzeug.
  • Da Halluzinationen häufig mit Wirklichkeitsverlust einhergehen, ist es in jedem Fall ratsam, jemanden dabei zu haben, der „nüchtern“ ist und auf dich aufpasst.
  • Die Wirkung kann bis zu 36 Stunden andauern. Es ist daher wichtig, bereits vor der Einnahme genügend nicht-alkoholische Getränke und Nahrungsmittel und andere essentielle Dinge in der Nähe zu haben.
  • Während des Rausches kommt es häufig zu tiefen, verwirrenden oder verunsichernden Eindrücken. Nimm dir zumindest am Tag danach Zeit und Ruhe, um die Erlebnisse des Rausches und die Nachwirkungen zu verarbeiten. Achte auf große mehrwöchige Abstände zwischen den Rauschzuständen.

Das Gesetz
Samen und Pflanzen sind frei erhältlich. Tropan-Alkaloide sind zwar nicht dem Suchtmittelgesetz (SMG) unterstellt, jedoch unterstehen Atropin und Scopolamin dem Arzneimittelgesetz (AMG). Das Arzneimittelgesetz verbietet die unzulässige Weitergabe und den Vertrieb von Medikamenten.

Chemisches
Der Stechapfel gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Es gibt zahlreiche Datura Arten, die weltweit verbreitet sind – die folgende Beschreibung ist auf die Datura stramonium ausgerichtet, da diese auch in unserem Breitengrad heimisch ist.
Das einjährige Kraut wird 30 bis 120 cm hoch und besteht aus mehreren kahlen, verzweigten Stängeln mit grob gezähnten Blättern. Die länglichen, aufrecht stehenden, trichterförmigen Blüten sind meist weiß. In den Achseln der Stängel wachsen stachelige, eierförmige, grüne Früchte, die kleine braune bis schwarze Samen enthalten.
Die für die Wirkung des Stechapfels verantwortlichen psychoaktiven Bestandteile, sind die Tropan-Alkaloide Scopolamin, Hyoscamin und Atropin. Alkaloide sind in Pflanzen vorkommende, vorwiegend giftige Stickstoffverbindungen, welche auf das Zentralnervensystem einwirken und schon in geringen Dosen tödlich sein können. Die Pflanze enthält verschiedene, unterschiedlich giftige (gesundheitlich beeinträchtigende und schädigende) Anteile, wodurch es neben der psychoaktiven Wirkung auch zu unangenehmen Nebenwirkungen bis hin zu schweren Vergiftungen kommen kann. Scopolamin, das gegenüber den anderen Alkaloiden in der Pflanze überwiegt, wurde erstmals von E. Schmidt im Jahre 1888 isoliert. Während Atropin vorwiegend erregend auf das Zentralnervensystem wirkt, gilt Scopolamin als starkes Halluzinogen mit narkotisch-bewusstseinstrübender Wirkung. Aus diesem Grund wird es vielfältig medizinisch angewandt wie z.B. in der Psychiatrie zur Behandlung von Erregungszuständen.

Geschichte
Der Stechapfel (lateinisch Datura) wurde bereits von den Puebloindianer (ca. 1200 n.Chr.) rituell genutzt. Auch heute verwenden verschiedene mexikanische Indianerstämme den Stechapfel bei Ritualen zur Zukunftsvoraussage sowie zur Heilung und Diagnostik von Krankheiten. Datura gilt aufgrund ihrer starken psychoaktiven Wirkung als heilige Pflanze und wird daher nur von erfahrenen SchamanInnen verwendet.
In der Geschichte Europas wird der Stechapfel bereits in der Antike erwähnt. Überlieferungen zufolge wurde der Stechapfel als Speergift verwendet. Während des Mittelalters fand er als Bestandteil von sogenannten „Hexensalben“ und „Liebestränken“ Verwendung. Im Jahre 1762 wurde Datura innoxia, eine spezielle Stechapfelart schließlich durch den Wiener Hofarzt Stoerck in die Medizin eingeführt. In Deutschland wurden bis in die siebziger Jahre getrocknete Stechapfelblätter in Zigarettenform als „Asthmazigaretten“ in Apotheken verkauft. Bis heute findet die Pflanze Verwendung in der Homöopathie u.a. bei Keuchhusten und Asthma.
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Prunkwinde/Trichterwinde

Mögliche Wirkungen
Die Wirkungsdauer beträgt etwa 4-12 Stunden. Im Allgemeinen kann der Rausch als narkotisch (einschläfernd) und hypnotisch (Zustand leichter Beeinflussbarkeit) beschrieben werden. Der Schwellenwert ab dem die erwartete LSA-Wirkung eintritt liegt zwischen 20-50 Samen. Die Halluzinationen sind deutlich schwächer als die von LSD verursachten. Bei hohen Dosen (100 – 300 Samen) sind die Halluzinationen jedoch mit jenen von LSD vergleichbar. Der Wirkstoffgehalt in den Pflanzenteilen ist je nach Standort, Sorte und Reifezustand stark unterschiedlich. D.h. die Wirkung kann sehr unterschiedlich ausfallen. Der Wirkungseintritt hängt davon ab, wann die letzte Mahlzeit eingenommen wurde. Bei leerem Magen treten die ersten Effekte ca. nach einer Stunde ein, bis der Höhepunkt der Wirkung erreicht wird können jedoch einige Stunden vergehen.

Negative Wirkungen
Wenn die Samen gegessen werden, ist besonders in der ersten Stunde mit starken Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Unwohlsein oder Mattigkeit zu rechnen.
Die mit der Einnahme verbundenen Veränderungen der Wahrnehmung können bei manchen Personen Angstzustände und Verwirrung auslösen. Das gesundheitliches Risiko kann nicht genau eingeschätzt werden.

Wirkmechanismus
LSA zeigt eine chemische Verwandtschaft mit dem Neurotransmitter Serotonin. Neurotransmitter sind Botenstoffe des Gehirns und regulieren wichtige psychische Funktionen indem sie über Rezeptoren (= Angriffspunkte an Hirnnerven) dämpfend oder stimulierend auf Teile des Zentralnervensystem (des Gehirns) einwirken.
Die Alkaloide gelangen nach ihrer Einnahme über die Blutbahn ins Gehirn. Aufgrund der Verwandtschaft von LSA mit manchen Hirnhormonen passen diese körperfremden Substanzen wie ein Schlüssel in das Schlüsselloch der körpereigenen Botenstoffe-Rezeptoren. Über diese Rezeptoren greifen sie in die Tätigkeit des Zentralnervensystems ein. Die an den entsprechenden Stellen des Gehirns angesiedelten psychischen Funktionen werden auf diese Weise verändert, gedämpft oder stimuliert. Betroffen sind vor allem Regionen, die im limbischen System lokalisiert sind, also jenem Areal, das auch für Gefühle zuständig ist.

Mögliche Langzeitfolgen
Langzeitfolgen sind derzeit keine bekannt, da regelmäßiger Konsum kaum vorzufinden ist und daher keine Erfahrungen vorliegen. Generell ist bei Halluzinogenen jedoch von einer regelmäßigen Einnahme abzuraten, da sie für Psyche und Körper sehr belastend sind.

Nie konsumieren bei …

  • Lebererkrankungen
  • Schwangerschaft. LSA kann Gebärmutterkontraktionen verursachen und somit bei einer bestehenden Schwangerschaft frühzeitig Wehen einleiten bzw. eine Geburt auslösen.
  • Herz-, Kreislaufproblemen
  • psychischen Problemen, wenn du nicht gut drauf bist oder dich schlecht fühlst, bei Angst vor dem Konsum, Unruhe und psychiatrischen Erkrankungen. Bestehende Probleme können verstärkt oder psychiatrische Erkrankungen ausgelöst werden.

Mischkonsum
Vom Mischkonsum ist abzuraten, da es zu unberechenbaren Verstärkungen und Veränderungen der Rauschwirkung kommen kann. Konkrete Berichte und Erfahrungen von Mischkonsum liegen zur Zeit nicht vor.

Risk reduction
Wird die Trichterwinde trotz der gesundheitlichen und psychischen Risken konsumiert, solltest du – neben den allgemeinen Hinweisen zur risk reduction und den Hinweisen bei LSD – über folgende Punkte Bescheid wissen:

  • Da der Wirkstoffgehalt bei Halluzinogenen kaum einschätzbar ist, solltest du nur wenig nehmen und zumindest 1½ Stunden auf die Wirkungen warten. Falls überhaupt notwendig die Dosis nur langsam steigern. Bei vollem Magen kann die Wirkung noch weiter verzögert eintreten.
  • Da die Wirkung bis zu 6 Stunden anhält, nimm dir genügend Zeit für den Trip und sorge dafür, dass du auch am nächsten Tag viel Zeit und Ruhe hast, um gegebenenfalls die Erlebnisse des Prunkwinden-Rausches zu verarbeiten.
  • Wenn du Angst vor der Einnahme hast oder zur Zeit unter psychischen Problemen leidest, dann verzichte auf die Verwendung der Trichterwinde, da deine Angst und deine Probleme verstärkt werden könnten.
  • Entsprechend geschützte Rahmenbedingungen während des Trips sind auf jeden Fall wichtig; konsumiere nur in einer dir angenehmen Atmosphäre. Meide unter der Wirkung der Prunkwinde Straßen und andere öffentliche Orte und lenke unter ihrem Einfluss unter keinen Umständen ein Fahrzeug.

Das Gesetz
Die Samen und die Aufzucht der Pflanze unterliegen in Österreich keinen gesetzlichen Bestimmungen.

Chemisches
Die Blätter der Prunkwinde enthalten verschiedene psychoaktiv stark wirksame Mutterkornalkaloide, die sich dann mit zunehmender Reife der Pflanze vor allem in die Samen verlagern. Alkaloide sind vorwiegend giftige stickstoffhaltige Verbindungen, die sehr spezifische Wirkungen auf bestimmte Zentren des Nervensystems haben. Die Pflanzen enthalten verschiedene, unterschiedlich giftige Anteile, wodurch es neben der psychoaktiven Wirkung zumeist auch zu unangenehmen Nebenwirkungen bis hin zu schweren Vergiftungen kommen kann.
Zu beachten ist, dass je nach Standort der Pflanze und Züchtung, die Wirkstoffkonzentration erheblich variieren kann. Sämtliche kultivierte Sorten der Ipomoea enthalten diese psychoaktiven Substanzen. In den Samen befinden sich die höchsten Wirkstoffkonzentrationen, die der Ipomoea violacea enthalten ca. 0,1 % Mutterkornalkaloide. Das wichtigste dieser psychoaktiven Alkaloide wird LSA (Lysergsäureamid) genannt.

Um eine Rauschwirkung zu erlangen werden die Samen vorwiegend oral eingenommen. Die Darreichungsformen sind sehr unterschiedlich, die unbehandelnden Samen werden gerne zerkaut oder zermahlen und in Wasser aufgeweicht.

Geschichte
Die Prunkwinde, oder auch Trichterwinde, lateinisch Ipomoea violacea bzw. Ipomoea tricolor genannt (englische Bezeichnung „Morning Glory“), stammt aus den tropischen Gebieten Mexikos und ist heute als Gartenzüchtung in vielen Arten weltweit verbreitet. Hierzulande ist sie – wegen der schönen blauen, trichterförmigen Blüten – als einjährige Gartenzierpflanze beliebt. Ipomoea violacea wird seit Alters her als Ritualdroge und Rauschmittel genützt. Unklar ist, ob nicht bereits die Azteken die Prunkwinde für Divinationen und Heilrituale eingesetzt haben. Erste Dokumentationen vom Gebrauch der Prunkwinde stammen aus der Kolonialzeit. Demnach verwendeten die SchamanInnen verschiedenster Indianerstämme die Samen der Winde in Räucherungen für Neuschöpfungs- und Wiedererschaffungsrituale. Die mexikanischen Eingeborenen benützten die Samen der Prunkwinde zur Herstellung eines Getränks, das sie Piule nannten. Mit der Einnahme des Getränks und der einsetzenden Rauschwirkung nahmen die Eingeborenen Kontakt mit den Verstorbenen auf.
Auch heute noch werden die Windensamen von HeilerInnen und WahrsagerInnen in Mexiko eingenommen, um mit den Göttern in Verbindung zu treten. Ebenso ist die medizinische Anwendung verbreitet. Bei Geburten z.B. werden die Samen der Trichterwinde verräuchert um die Niederkunft zu erleichtern und zu beschleunigen. In Indien wird die Trichterwinde im Rahmen der ayurvedischen Medizin vor allem als Aphrodisiakum (Mittel zur Anregung und Steigerung des Geschlechtstriebs) eingesetzt. Zur Zeit der Hippiebewegung in den USA wurde kurzzeitig mit Ipomoea experimentiert. Das Interesse ist aber bald – wahrscheinlich aufgrund der starken Nebenwirkungen und wenig attraktiven Rauschwirkung – wieder abgeflaut.