mCPP (meta-Chlorphenyl-Piperazin) – Download Infofolder

 

Mögliche Wirkungen
mCPP bewirkt MDMA ähnliche Glücksgefühle sowie stimulierende und leicht halluzinogene Effekte. Bei wiederholtem Konsum kommt es zu einer Toleranzentwicklung und damit zur Abnahme der gewünschten Serotonin Wirkung. D.h. es wird eine höhere Dosis benötigt um die gleiche Wirkung zu erzielen.

 

Negative Effekte
Die vergleichsweise schwache psychoaktive Wirkung (Glücksgefühlen, optischen Veränderungen) wird häufig von unangenehmen Nebenwirkungen wie Übelkeit (siehe Metoclopramid), Kopfschmerzen, Nierenschmerzen, Nervosität, Schweratmigkeit, Müdigkeit, und mehrere Tage anhaltender „hangover“ (laut UserInnen-Berichten stärker als bei MDMA) begleitet. Auch kann der Konsum leicht zu Depressionen, Angstzuständen und psychomotorischer Unruhe führen. MCPP kann Panikattacken, Entpersonalisierungen und Realitätsverlust verursachen. Im Zusammenhang mit dem gleichzeitigen Konsum mit MDMA wird die Krampfbereitschaft (Krampfanfälle) erhöht.

 

Wirkmechanismus
mCPP zeigt eine Wirkung am Serotonin- Neurotransmitter System. Insofern ist die Wirkung von mCPP und Ecstasy ähnlich: Es bewirkt eine verstärkte Serotonin Freisetzung im Zentralnervensystem (Gehirn) durch die Hemmung des Serotonin-Rücktransports in die Nervenendigungen. Auch sind Wechselwirkungen mit adrenalinfreisetzenden und dopaminergen Rezeptoren beschrieben.

 

Mögliche Langzeitfolgen
mCPP kann insbesondere bei häufigen Konsum  Depressionen und auch Angstzustände auslösen. Nachdem es noch keine oder nur sehr wenige wissenschaftliche Erkenntnisse zu Wechselwirkungen mit anderen Substanzen, sowie Kurz- und Langzeitnebenwirkungen gibt, sind die Folgen des Substanzkonsums nicht absehbar.

 

Konsumiere nie bei…

* Verstimmungen und psychischen Beschwerden
* Unruhe und Angst
* Leber- und Nierenerkrankungen
* Atemwegserkrankungen, Asthma
* Herz- Kreislauferkrankungen
* Anderen Erkrankungen wie: Diabetes,   verminderten Blutzucker, Blutarmut, Epilepsie, Glaukom oder einer Schilddrüsenüberfunktion
* Schwangerschaft

 

Risk Reduction
Wenn du trotz gesundheitlicher Risiken psychoaktive Substanzen konsumierst, solltest du neben den allgemeinen Hinweisen zur Risikoreduzierung – folgende Punkte beachten:

• Die Umgebung, in der du deine Substanzen  konsumierst und die Personen, mit denen du beisammen bist, beeinflussen die erlebte Wirkung der Substanz – nicht nur positive, auch negative Stimmungen können verstärkt werden. Konsumiere daher nur in einer für dich angenehmen Atmosphäre, wenn du dich gut fühlst und vertrauensvolle Freunde in deiner Nähe sind.

• Anhand von Äußerlichkeiten wie Logos und Farbe einer Tablette kannst du nicht feststellen, ob du wirklich die Substanz in Händen hältst, die du glaubst, zu konsumieren. Menge und Inhaltsstoffe, sowie (möglicherweise gefährliche) Beimengungen und Verunreinigungen können ohne chemische Analyse nicht abgeschätzt werden. Nütze daher, wenn die Gelegenheit besteht, das Substanztesting.

• Falls diese Möglichkeit nicht zur Verfügung steht, konsumiere immer nur eine geringe Menge der Substanz, um ihre Wirkung auf dich und deinen Körper abzutesten. So kannst du einige negative Effekte reduzieren, die vor allem bei hohen Dosen wahrscheinlich sind, und dich so vor Überdosierungen schützen.

• Medikamente und psychoaktive Substanzen werden nach dem Körpergewicht dosiert. Leichte Personen benötigen meist weniger als schwere.

• Der Beginn der substanzspezifischen Wirkung setzt von Person zu Person unterschiedlich schnell ein und ist von vielen Faktoren abhängig. Tritt die erwartete Wirkung nach einiger Zeit nicht ein, „wirf“ nicht sofort „nach“, die Substanz könnte zeitlich verspätet wirken.

• Beim Mischkonsum mit anderen psychoaktiven Substanzen – auch mit Alkohol – sind die Wirkungen kaum einzuschätzen und die Belastungen für Körper und Psyche besonders groß.

 

Chemisches
Im Partysetting wurden bis dato vor allem Amphetamin-Derivate, wie MDMA (Ecstasy), MDE (Eve) oder MDA (Love Pills) konsumiert. In den letzten Jahren haben neue Verbindungsklassen wie Piperazin-Derivate und Alpha-Pyrrolidinophenon-Derivate die Palette der Freizeitdrogen erweitert.

mCPP gehört zu der Gruppe der Piperazine und wird in der Szene (unterschiedlich in verschiedenen Ländern) als Arlequin, Regenbogen, Regenboogje, Smarties oder auch als Rolls Royce bezeichnet. Piperazine sind heterozyklische Verbindungen (= im Molekül sind auch andere Atome als Kohlenstoff enthalten), die hygroskopisch (= Wasser an sich bindend) sind und antibiotisch wirken. Sie werden hauptsächlich in der Veterinärmedizin eingesetzt. Hühner und Schweine bekommen Piperazine gegen parasitären Befall, zum Beispiel gegen Würmer. Es gibt nur wenige bekannte psychoaktive Piperazinderivate.

Wie auch andere Freizeitdrogen werden sie meistens in Tablettenform (auch als „Ecstasy“) verkauft. Darüber hinaus werden sie aber auch als Pulver, Kapseln oder in flüssiger Form angeboten. Ähnlich wie MDMA sind Piperazine sogenannte Serotoninrezeptor-Agonisten. Das heißt sie Verstärken die Wirkung des Neurotransmitter Serotonin im Gehirn.

mCPP kommt häufig in Verbindung mit Metoclopramid vor, einem Medikament (Antiemetikum) das Übelkeit und Erbrechen unterdrückt und beispielsweise in Paspertin enthalten ist. Metoclopramid geht mit vielen anderen Substanzen Wechselwirkungen ein und kann deren Wirkungen teilweise beschleunigen oder verstärken. Über die Kombination von mCPP und Metoclopramid gibt es keine wissenschaftlichen Daten.

 

Das Gesetz
Seit 01.01.2012 unterliegt mCPP dem Neue Psychoaktive Substanzen Gesetz (NPSG). Konkret ist die Erzeugung, die Ein- und Ausfuhr sowie die Überlassung und Verschaffung (Weitergabe) dieser Substanz, um daraus einen Vorteil zu ziehen, verboten.