DOM

DOM – 2,5-Dimethoxy-4-methylamphetamineDownload Infofolder

Mögliche Wirkungen
DOM kann Sinnestäuschungen hervorrufen. Diese Trugbilder betreffen alle Sinne, vor allem aber die visuelle (Farben, Formen, Oberflächen) und akustische (Stimmen, Geräusche, Musik) Wahrnehmung. DOM ruft vor allem massive visuelle Halluzinationen hervor. Typische optische Effekte sind neben Farbverstärkung (betreffend Intensität und Quantität) plastische, geometrische Formen vergleichbar mit einem „Eintauchen in eine Welt der 50er oder 60er Jahre“. DOM erzeugt ein Gefühl gesteigerten Selbstbewusstseins, der Entspannung und Zufriedenheit, bis hin zu Euphorie.

DOM weist auch die stimulierenden, das heißt körperlich anregende, Eigenschaften eines Amphetamins auf. Amphetamine allgemein zeichnen sich in ihrem Wirkungsprofil durch leichte Euphorie, gesteigertes Selbstvertrauen, erhöhte Wachsamkeit und Kommunikationslust aus. Physische Effekte sind Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit, Unterdrückung von Hungergefühl und Müdigkeit. Zudem bewirken Amphetamine einen Anstieg des Blutdrucks und eine Beschleunigung des Herzschlags. Es kann auch zu unangenehm empfundener körperlicher Anspannung, Zittern, Schwitzen und Nervosität kommen.

 

Negative Effekte
Immer wieder werden in Erfahrungsberichten negative Erlebnisse geschildert. Oft scheint dies das Resultat von hoher Dosierung zu sein. Man kann davon ausgehen, dass mögliche negative Folgen mit jenen anderer Halluzinogene vergleichbar sind. Veränderte Wahrnehmung und besonders intensives Erleben und Erlebnisse können Angst, Panikreaktionen und Verwirrung auslösen. Da DOM den Neurotransmitterhaushalt verändert, kann beim Abklingen der Wirkung und in den Tagen nach dem Konsum zu einem Gefühl der Leere und Unsicherheit sowie Niedergeschlagenheit aufkommen. Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten sind wahrscheinlich.

UserInnen berichten von Zittern (Tremor) und körperlicher Anspannung speziell beim Anfluten der Wirkung, was auf den Amphetamincharakter der Substanz zurückzuführen ist. Es kann zu Übelkeit und Krämpfen kommen. In manchen Fällen bleiben diese körperlichen Symptome während der gesamten Wirkdauer von DOM bestehen und beeinflussen auch die emotionale und mentale Ebene negativ.

Es kommt relativ schnell zu einer Toleranzbildung. Das heißt man benötigt eine höhere Dosis um denselben Effekt zu erzeugen.

 

Wirkmechanismus
Der Wirkungseintritt ist nach ca. 1 Stunde spürbar. Es folgt ein kontinuierlicher Anstieg der Wirkung innerhalb der folgenden 2 Stunden. Durch das relativ späte und langsame Einsetzen der Wirkung kommt es leicht zu Überdosierungen. Es ist also sehr ratsam abzuwarten, bis sich die volle Wirkung entfaltet hat. Schnelles „Nachwerfen“ kann zu Überdosierungen führen, die einen besonders langen (bis zu 75 Stunden) und sehr heftigen „Trip“ zur Folge haben.
DOM bewirkt zudem eine vermehrte Ausschüttung der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin (Katecholamine). Diese bewirken einen Anstieg des Blutdrucks und eine Beschleunigung der Herzfrequenz. Zudem kommt es zu gesteigerter Leistungsfähigkeit, leichter Euphorie und erhöhtem Selbstbewusstsein.

 

Mögliche Langzeitfolgen
Die Wahrscheinlichkeit eine körperliche oder psychische Abhängigkeit von DOM zu entwickeln ist sehr gering. Mögliche Langzeitfolgen mit jenen anderer Halluzinogene vergleichbar. So kann der Konsum von DOM, insbesondere bei häufigem Konsum, zu hohen Dosen und bei dafür leicht anfälligen Personen, psychische Krankheiten wie Angsterkrankungen, Schizophrenie und Depressionen auslösen. Wer zu einer psychischen Erkrankung neigt, kann im Voraus schwer festgestellt werden.

 

Konsumiere nie bei…

  • Unsicherheit, Angst den Konsum betreffend
  • schlechter Befindlichkeit auf Grund von sozialen(Beruf, Schule, Familie, Freunde…) oder körperlichen Problemen.
  • psychischen Erkrankungen
  • Schwangerschaft
  • Hypertonie (= Bluthochdruck)

 Da halluzinogene Substanzen in der Regel deine Stimmung verstärken, verzichte auf den Konsum, wenn du dich nicht wohl fühlst!

 

Risk Reduction
Wenn du trotz gesundheitlicher und strafrechtlicher Risiken psychoaktive Substanzen konsumierst, solltest du dich mit ihren Wirkungen und Gefahren gut auskennen und – neben den Hinweisen bei den jeweiligen Substanzen über die folgenden Punkte Bescheid wissen:

  • Ort der Einnahme und Personen, die bei dir sind, beeinflussen die Wirkung der Substanz – negative Stimmungen können verstärkt werden. Achte darauf, nur in angenehmer Umgebung, in der du dich sicher und wohl fühlst, zu konsumieren. Konsumiere mit Freunden, die sich gegenseitig Unterstützung bieten können und auf die du dich verlassen kannst. Sprecht dies vorher ab und lasst den/die anderen nicht allein.
  • Wie bei allen Halluzinogenen sollte man DOM nicht direkt auf vollen Magen einnehmen! Die DOM- Erfahrung kann bis zu 24 Stunden oder länger dauern (in Extremfällen bis zu 72 Stunden!, es ist daher wichtig bereits vor der Einnahme genügend Nahrungsmittel und andere wichtige Dinge in seiner Nähe zu haben.
  • Es dauert relativ lang bis DOM seine typische Wirkung voll entfaltet. Tritt die erwartete Wirkung nach einiger Zeit nicht ein, wirf nicht sofort nach, die Substanz könnte zeitlich versetzt wirken.
  • Anhand von Äußerlichkeiten wie Form, Farbe, Geruch oder Geschmack kannst du nicht feststellen, ob du wirklich die Substanz in Händen hältst, die du erwartest. Menge und Inhaltsstoffe, sowie gefährliche Beimischungen und Verunreinigungen können ohne chemische Analyse nicht abgeschätzt werden. Nütze daher wenn möglich bei großen Events die ChEck iT!-Angebote.
  • Falls dir die Möglichkeit des Testings nicht zur Verfügung steht, nimm immer nur eine geringe Menge der Substanz ein, um ihre Wirkung auf dich und deinen Körper abzutesten. So kannst du einige negative Effekte, die vor allem bei hohen Dosen wahrscheinlich sind, reduzieren und dich vor Überdosierungen schützen.
  • Medikamente und psychoaktive Substanzen werden nach dem Körpergewicht dosiert. Leichte Personen brauchen weniger als schwere.
  • Der Beginn der substanzspezifischen Wirkung ist von Person zu Person unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig. Tritt die erwartete Wirkung nach einiger Zeit nicht ein, wirf nicht sofort nach, die Substanz könnte zeitlich versetzt wirken.
  • Beim Mischkonsum mit anderen psychoaktiven Substanzen – auch mit Alkohol – sind die Wirkungen kaum einzuschätzen und die Belastungen für Körper und Psyche besonders groß.
  • Unter dem Einfluss vieler psychoaktiver Substanzen erhöht sich – vor allem während des Tanzens – deine Körpertemperatur und du verlierst viel Flüssigkeit. Gleiche dies aus, indem du Tanzpausen einlegst, dich abkühlst und genügend alkoholfreie Getränke – aber keine Energy-Drinks – zu dir nimmst. Allerdings nicht mehr als ½ Liter pro Stunde.
  • Etwas Obst sowie leichte Speisen helfen, dich vor körperlicher Erschöpfung zu bewahren.
  • Bei “bad trips” kann Orangensaft oder Traubenzucker helfen.
  • Einige psychoaktive Substanzen, wie Alkohol, Kokain oder Ecstasy, können deine Empfindungen verstärken und Hemmungen lösen. Vergiss nicht, dich und deine/-n PartnerIn beim Sex zu schützen und Kondome zu verwenden.

 

Chemisches
DOM ist eine rein synthetische Substanz, d.h. sie kommt weder in Pflanzen noch in Menschen oder Tieren als natürlicher Stoff vor. DOM ist ein Amphetaminderivat (Derivat = ein abgeleiteter Stoff mit gleich bleibender Grundstruktur).
DOM gehört zur chemischen Gruppe der ß-Phenylalkylamine. Je nach chemischem Aufbau kann die Wirkung von stimulierend bis berauschend, halluzinogen oder euphorisierend ausfallen. DOM kann in Form von Tabletten, weißem Pulver/Kristallen oder flüssig vorkommen. In jeden Fall wird es oral eingenommen.

 

Das Gesetz
DOM unterliegt dem Suchtmittelgesetz. Insbesondere ist der Erwerb, der Besitz, die Erzeugung, die Ein- und Ausfuhr und die Überlassung an und Verschaffung für andere (Weitergabe, Verkauf) gerichtlich strafbar und kann Geld- oder Freiheitsstrafen nach sich ziehen.