Mögliche Wirkungen
Die Alkoholwirkung ist abhängig von der konsumierten Menge, der Persönlichkeit der KonsumentInnen und ihrer Befindlichkeit (dem Set) und von äußeren Umständen (dem Setting). Geringe Mengen Alkohol bewirken in der Regel ein Gefühl allgemeinen Wohlbefindens, der Entspannung, der Heiterkeit, gesteigerte Kontaktfreude, die Minderung von Ängsten, sowie den Verlust von Hemmungen. Als Aphrodisiakum wirkt Alkohol zwar enthemmend, aufgrund der dämpfenden Wirkung aber auch potenzschwächend.

 

Negative Effekte
Bei einem Blutalkoholspiegel von 0,2 – 1,2 Promille kann es zu Enthemmung, Unterschätzung von Gefahren, Selbstüberschätzung, Impulsivität und Aggressivität, Verantwortungslosigkeit sowie Koordinations- und Reaktionsstörungen kommen. Bei einem Blutalkoholspiegel von 1,3 – 3 Promille können Bewegungen nur noch mit Mühe koordiniert werden, Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit sind stark herabgesetzt, visuelle Störungen wie Doppeltsehen treten auf, die Sprache wird verwaschen, viele KonsumentInnen klagen über Übelkeit. Ab 3 Promille kommt es zur Unterkühlung oder Überhitzung und Tiefschlaf, ab 4 Promille können Komazustände und der Tod eintreten. Der hangover bei Alkohol ist von Magenschmerzen, Übelkeit und Kopfschmerzen geprägt.

 

Wirkmechanismus
20% des getrunkenen Alkohols wird über den Magen, der Großteil der verbleibenden Menge über den Dünndarm aufgenommen. Über den Blutkreislauf erreicht Alkohol alle Organe des Körpers, und rund 90 Prozent des konsumierten Alkohols gelangen durch die Blut-Hirn-Schranke in das Gehirn. 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme erreicht der Alkoholspiegel im Blut seine höchste Konzentration. Die genaue Höhe des Blutalkoholspiegels ist abhängig von der konsumierten Menge des „reinen Alkohols“, von der Aufnahmegeschwindigkeit des Darms und Magens, dem Körpergewicht, dem Geschlecht und der individuell unterschiedlichen Geschwindigkeit des Alkoholabbaus. Im Gehirn bewirken geringe Alkoholmengen eine Stimulierung einiger Nervenzellen und eine Aktivitätsunterdrückung vieler anderer Nervenzellen. Größere Mengen Alkohol wirken nur noch dämpfend. Im Durchschnitt werden im Körper pro Stunde 0,15 Promille Alkohol abgebaut. Es dauert daher rund eine Stunde bis eine Alkoholmenge von zwei Zentiliter 40%igem Schnaps, 0,1 Liter Wein oder 0,2 Liter Bier abgebaut sind.

 

Mögliche Langzeitfolgen
Geringe Mengen Alkohol können gesundheitlich förderlich sein. Mehrjähriger, regelmäßiger, intensiver Alkoholkonsum führt jedoch zu schwerer psychischer und physischer Abhängigkeit. In Österreich leiden über 300.000 Menschen an Alkoholismus.

Zerstörungen und Rückbildungen von Gehirnnervenzellen können – in Abhängigkeit vom Drinkmuster – bei Personen mit intensivem Alkoholkonsum beobachtet werden. Dieser Nervenzellenabbau ist um so stärker, je mehr Alkohol pro Gelegenheit konsumiert wird. Demnach ist es schädlicher, an einem Abend 5 Gläser Bier zu trinken, als an fünf Tagen in Folge je ein Glas Bier zu konsumieren. Von der Zerstörung sind vor allem Gehirnteile, die für unser Bewusstsein und viele Denkleistungen hauptverantwortlich sind, betroffen. Diese Veränderungen spiegeln sich in vielen beobachtbaren Bereichen wieder: Betroffene sind deutlich schlechter beim Einprägen und Merken neuer Erlebnisse, beim abstrakten Denken, beim Problemlösen und in den Bereichen Aufmerksamkeit und Konzentration. Da diese schlechteren Leistungen noch nach jahrelanger Abstinenz festgestellt werden können, scheint es sich um bleibende, vermutlich irreversible Schäden zu handeln.

Langjähriger intensiver Alkoholkonsum führt zu psychischer und körperlicher Abhängigkeit. AlkoholikerInnen haben ihren Alkoholkonsum nicht mehr unter Kontrolle und nach einigen Stunden der Nüchternheit leiden Betroffene unter Entzugserscheinungen wie starkes Körperschütteln (Tremor), Schlafstörungen und in extremen Fällen an Wahnvorstellungen mit großer Ängstlichkeit, Halluzinationen und epileptischen Anfällen. Häufig entwickeln sich bei Betroffenen Herzmuskelerkrankungen, Leberschwellungen, Leberverfettungen bis hin zur Leberzirrhose, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, des Darms und des Magens. Im sozialen Bereich kann chronischer Alkoholkonsum und die daraus folgenden Persönlichkeitsveränderungen zu Familienproblemen, schlecht kontrollierbarer Aggressivität und zu Problemen an Arbeitsplatz und Schule führen.

 

Konsumiere nie bei…

  • Alkohol schädigt das Herz, die Leber und beeinflusst den Blutdruck. Personen mit Vorschädigungen sollten daher auf den Konsum von Alkohol verzichten.
  • Chronischer Alkoholkonsum während der Schwangerschaft fördert das Auftreten von Missbildungen sowie psychischen und körperlichen Entwicklungs- und Wachstumsstörungen des Neugeborenen. Alkohol gelangt ungehindert über die Plazenta zum Ungeborenen oder durch die Muttermilch zum Baby, wobei der Blutalkoholgehalt des Kindes dasselbe Niveau wie das der Mutter erreicht. Während der Schwangerschaft ist Alkohol im Fruchtwasser und nach der Geburt im Atem und im Blut des Neugeborenen nachweisbar. Schwangere sollten auf den Konsum von Alkohol weitgehend verzichten.

 

Mischkonsum

  • Alkohol & Tabak
    Langfristig erhöht starker Konsum von Alkohol und Tabak das Risiko von Krebserkrankungen. Das Risiko an Tumoren in Kopf- und Halsbereich zu erkranken steigt auf das 6 – 15 fache, das Risiko einen Speisenröhrenkrebs zu erleiden gar auf das 44fache.
  • Alkohol & Ecstasy
    Sowohl Alkohol als auch Ecstasy belasten Leber und Nieren. Nachdem beide Substanzen zudem Flüssigkeitsverlust und eine Erwärmung des Körpers bewirken, steigen die Gefahren von Wärmestaus und gefährlichen Überhitzungen.
  • Alkohol & Speed oder Kokain
    Speed und Kokain verdecken die Wirkungen von Alkohol. Obwohl stark alkoholisiert, hält man sich für nüchtern, oft auch nüchtern genug ein Auto zu steuern.
  • Alkohol & Downer
    Kombinationen von Alkohol mit anderen Downern, insbesondere mit Gammahydroxybuttersäure (GHB), Benzodiazepinen oder Opioiden erhöhen das Risiko lebensbedrohlicher Atemlähmungen oder Atemdepressionen.

 

Risk reduction
Wer trotz gesundheitlicher Gefahren Alkohol konsumiert, sollte neben den allgemeinen Hinweisen zur risk reduction über folgende Punkte Bescheid wissen:

  • Wie für die meisten psychoaktiven Substanzen gilt auch für Alkohol, dass er deine momentane Stimmung verstärken kann. Daher solltest du bei schlechter Stimmung, oder wenn du psychische Probleme hast, auf Alkoholkonsum verzichten.
  • Bereits ein Blutalkoholwert von 0,5 Promille kann zu Beeinträchtigungen der Koordinations- und Reaktionsfähgikeiten, zu einem verminderten Verantwortungsgefühl, zu Selbstüberschätzung sowie Unterschätzung von Gefahren führen. Die Alkoholkonzentration im Blut kannst du näherungsweise mit folgender Formel errechnen: Getrunkener Alkohol in Gramm/Körpergewicht in kg x 0,7 für Männer bzw. 0,6 für Frauen.
  • Auf leeren Magen getrunken wirkt Alkohol schneller und intensiver. Um ein rasches Betrunken werden zu vermeiden, solltest du deshalb vor dem Alkoholkonsum etwas essen.
  • Frauen erreichen ca. um 1/5 höhere Blutalkoholwerte als Männer, wenn sie bezogen auf das Körpergewicht eine vergleichbare Menge Alkohol trinken. Dieses Phänomen kann durch den höheren Fettgehalt und den geringeren Wasserverteilungsraum des weiblichen Körpers erklärt werden. Diese Erkenntnisse sprechen für eine verstärkte Anfälligkeit vieler Frauen gegenüber den akuten Rauschwirkungen und den Folgen des chronischen Alkoholismus. Weniger ist auch hier mehr.
  • Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeit und erhöht daher bei Mischkonsum mit Ecstasy oder Speed das Risiko eines Hitzschlags.
  • Die Kombination von Alkohol mit anderen Downern wie Schlaf- und Beruhigungsmittel, GHB und Opiaten erhöht das Risiko einer Bewusstlosigkeit, eines Kollaps sowie von Atemlähmungen mit möglicherweise tödlichem Ausgang. Verzichte auf Mischkonsum.
  • Lenke nach Alkoholkonsum keine Fahrzeuge. Alkohol beeinträchtigt deine Wahrnehmung und dein Reaktionsvermögen.
  • Um die unangenehmen Effekte des Runterkommens, der Ausnüchterung und des hangovers zu mildern, sollten am Tag danach leichte Speisen und viel Flüssigkeit aufgenommen werden.

 

Chemisches
Was in der Umgangssprache als Alkohol bekannt ist, wird chemisch als Ethylalkohol oder Ethanol bezeichnet. Alkohol ist eine zentralnervös dämpfende Flüssigkeit und weltweit, nach Koffein, die am zweithäufigsten konsumierte psychotrope Substanz.

Neben dem Einsatz als Genussmittel wird Alkohol als Lösungsmittel für Fette, Harze, Farbstoffe, in zahlreichen Chemikalien, Arzneimitteln und Parfüms verwendet. Außerdem wirkt Alkohol desinfizierend und verhindert die Fäulnisbildung und wird daher als Konservierungsmittel genutzt.

 

Geschichte
Alkohol scheint die älteste von Menschen erzeugte psychoaktive Substanz zu sein. Es gibt Hinweise, dass bereits im Neolithikum (ca. 6400 v.Chr.) Bier und Wein konsumiert wurden, und in Ägypten entstand um ca. 3700 v.Chr. die erste Bierbrauerei.

In der Antike wurde Alkohol vor allem für medizinische und religiöse Zwecke eingesetzt, so stand etwa im Zentrum des Dionysus-Kults das Trinken von „heiligem“ Wein, ein Ritual, das sich auch in der christlichen „Kommunion“ wiederfindet.

Bis ins 8.Jhd. n.Chr. konnten Bier und Wein nur durch einfache Gärungsprozesse erzeugt werden. Die erste Destillation, also die Trennung flüssiger Stoffe durch Verdampfung und Wiederverflüssigung, fand im Arabischen Raum statt. Das Ergebnis dieses Vorgangs, bei dem aus Wein hochprozentiger Branntwein gewonnen wird, nannten die Araber ‚alkohl‘. Im Mittelalter wurde Branntwein vor allem für medizinische Zwecke eingesetzt.

Der Genuss hochprozentiger Getränke fand in Europa bald rasche Verbreitung, so wurde vor allem der in seiner Herstellung sehr billige Gin – aus Getreide und Wacholderbeere – unter der ärmeren Bevölkerung Europas zur Droge Nr. 1. Zum Teil wurden englische Arbeiter sogar mit Gin entlohnt. Um unkontrollierten und übermäßigen Alkoholkonsum zu vermeiden, wurde im Laufe mehrerer Jahrhunderte die Erzeugung, Abgabe und der Handel durch verschiedene Gesetze mehr und mehr reglementiert, bis in den USA am 16.Jänner 1920 schließlich das Zeitalter der Prohibition eingeläutet wurde. In den folgenden 13 Jahren war es bei Geld- und Haftstrafen verboten, Alkoholische Getränke herzustellen oder zu verkaufen. 1933 entschloss sich die amerikanische Regierung allerdings zur Aufhebung des Alkoholverbots, nachdem der Konsum nicht verhindert werden konnte sondern lediglich in die Illegalität gedrängt wurde und sich rund um das Geschäft mit der illegalen Droge Alkohol organisiertes Verbrechen und die amerikanische Mafia entwickelt hatten.

 

Das Gesetz
Ab wann du alkoholische Getränke konsumieren darfst, hängt vom Jugendschutzgesetz des jeweiligen Bundeslandes ab, in dem du dich gerade aufhältst. Seit März 2002 gibt es eine einheitliche Regelung für Wien, Niederösterreich und das Burgenland. Das Jugendschutzgesetz dieser Bundesländer sowie jenes von Vorarlberg erlaubt den Konsum alkoholischer Getränke ab dem vollendeten 16. Lebensjahr und unterscheidet nicht mehr zwischen hoch- und niedrigprozentigen Alkoholika. In den übrigen Bundesländern dürfen starke alkoholische Getränke erst ab dem vollendeten 18. Lebensjahr konsumiert werden. Der Genuss leichter alkoholischer Getränke wie Bier oder Wein ist in ganz Österreich ab dem 16 Lebensjahr erlaubt.

Für Kraftfahrer gilt in Österreich die 0,5 Promillegrenze, Radfahrer und Fuhrwerkfahrer dürfen einen Wert von 0,8 Promille nicht überschreiten. Beim Führerschein auf Probe gelten für die ersten zwei Jahre nach Erteilung der Lenkerberechtigung 0,1 Promille Blutalkohol als Grenzwert. Bei Überschreitung dieses Grenzwertes muss eine Nachschulung absolviert werden, die Probezeit verlängert sich um ein weiteres Jahr. Das Lenken eines Fahrzeuges ist jedoch prinzipiell verboten, wenn die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt ist. Das gilt bei Alkohol auch dann, wenn der Grenzwert von 0,5 Promille noch nicht erreicht ist.