Risikoreduzierung

Wenn du trotz gesundheitlicher und strafrechtlicher Risiken psychoaktive Substanzen konsumierst, solltest du dich mit ihren Wirkungen und Gefahren gut auskennen und – neben den Hinweisen bei den jeweiligen Substanzen – über die folgenden Punkte Bescheid wissen:

  • Ort der Einnahme und Personen, die bei dir sind, beeinflussen die Wirkung der Substanz – negative Stimmungen können verstärkt werden. Konsumiere daher nur in einer für dich angenehmen Atmosphäre, wenn du dich gut fühlst und vertrauensvolle Freunde in deiner Nähe sind.
  • Anhand von Äußerlichkeiten wie Logos und Farbe/Konsistenz einer/s Tablette/Pulvers kannst du nicht feststellen, ob du wirklich die Substanz in Händen hältst, die du erwartest. Menge und Inhaltsstoffe, sowie gefährliche Beimischungen und Verunreinigungen können ohne chemische Analyse nicht abgeschätzt werden. Nütze daher wenn möglich die ChEck iT!-Angebote bei Veranstaltungen.
  • Falls diese Möglichkeit nicht zur Verfügung steht, nimm immer nur eine geringe Menge der Substanz ein, um ihre Wirkung auf dich und deinen Körper abzutesten. So kannst du einige negative Effekte, die vor allem bei hohen Dosen wahrscheinlich sind, reduzieren und dich vor Überdosierungen schützen.
  • Medikamente und psychoaktive Substanzen werden nach dem Körpergewicht dosiert. Leichte Personen brauchen weniger als schwere.
  • Viele psychoaktive Substanzen können auf unterschiedliche Art und Weise eingenommen werden. Informiere dich daher über die am wenigsten gesundheitsschädliche Art des Konsums.
  • Bei Spritzengebrauch, wie zum Beispiel bei Heroin, besteht ein hohes Infektionsrisiko. Um dich vor HIV/AIDS oder Hepatitis B und C zu schützen, solltest du immer ungebrauchte Einwegspritzen und ein frisches Spritzenbesteck verwenden.
  • Der Beginn der substanzspezifischen Wirkung ist von Person zu Person unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig. Tritt die erwartete Wirkung nach einiger Zeit nicht ein, wirf nicht sofort nach, die Substanz könnte zeitlich versetzt wirken.
  • Nach einer Konsumpause – vor allem bei Heroin – verträgst du weniger “Stoff” als zuvor, die Gefahren einer Überdosierungen sind höher.
  • Unter dem Einfluss vieler psychoaktiver Substanzen erhöht sich – vor allem während des Tanzens – deine Körpertemperatur und du verlierst viel Flüssigkeit. Gleiche dies aus, indem du Tanzpausen einlegst, dich abkühlst und genügend alkoholfreie Getränke – aber keine Energy-Drinks – zu dir nimmst. Allerdings nicht mehr als ½ Liter pro Stunde.
  • Etwas Obst sowie leichte Speisen helfen, dich vor körperlicher Erschöpfung zu bewahren.
  • Beim Mischkonsum mit anderen psychoaktiven Substanzen – auch mit Alkohol – sind die Wirkungen kaum einzuschätzen und die Belastungen für Körper und Psyche besonders groß. Mehr dazu im Kapitel Mischkonsum.
  • Einige psychoaktive Substanzen, wie Alkohol, Kokain oder Ecstasy, können deine Empfindungen verstärken und Hemmungen lösen. Trage daher immer ein Kondom bei dir und verwende es wenn du Sex hast. So schützt du dich und deine/n PartnerIn vor Infektionskrankheiten und ungewollten Schwangerschaften.
  • Psychoaktive Substanzen schränken deine Fahrtüchtigkeit stark ein. Lenke unter dem Einfluss psychoaktiver Substanzen keine Fahrzeuge. Bringe dein Leben und das anderer nicht in Gefahr – verwende öffentliche Verkehrsmittel.

 

Das Herunterkommen
Wenn du dich entschließt eine psychoaktive Substanz zu konsumieren, plane sowohl die Länge der Wirkdauer als auch die Zeit des “Runterkommens” mit ein. Achte darauf, dass du am nächsten Tag keinen wichtigen Verpflichtungen wie Schule oder Job nachkommen musst und plane genügend Zeit zum Ausruhen ein. Fülle schon vorher deinen Kühlschrank und gönne dir ein gutes, ausgewogenes Essen, Fruchtsäfte und Mineralwasser.

Der hangover ist häufig durch einen Zustand körperlicher Erschöpfung, Müdigkeit, gesteigertes Ruhebedürfnis und Konzentrationsschwierigkeiten gekennzeichnet. Besonders bei Substanzen wie Ecstasy, Speed oder Kokain kann es durch Veränderungen im Neurotransmitterhaushalt zu Motivationslosigkeit und depressiven Verstimmungen sowie Gefühlen wie Angst oder Unsicherheit kommen.

  • Das Herunterkommen erleichterst du dir nicht durch Nachlegen oder mit dem Konsum anderer psychoaktiver Substanzen. Du verzögerst lediglich das Einsetzen der Nachwirkungen und verstärkst die negativen Effekte. Beim “Runterrauchen” mit Cannabis kann es zu Ängsten, (Pseudo-) Halluzinationen und Panik kommen.
  • Bei hohen Dosierungen, häufigem Konsum und Mischkonsum werden die unangenehmen Nachwirkungen stärker und häufiger.
  • Falls du regelmäßig und auch unter der Woche konsumierst, solltest du eine Konsumpause einlegen. Wenn dir das schwerfällt, oder du andere psychische oder körperliche Probleme hast, solltest du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. In deiner Nähe gibt es Informations- und Beratungsstellen, die dir anonym und kostenlos weiterhelfen können. Die MitarbeiterInnen von Beratungsstellen – SozialarbeiterInnen, PsychologInnen, TherapeutInnen oder ÄrztInnen – sind speziell ausgebildet und unterliegen der Schweigepflicht. Nähere Informationen findest du unter Info- und Beratungsstellen.

 

“Safer Sniffing”

Wenn du Substanzen nasal konsumierst (ziehst) kann es zu Schädigungen der Nasenschleimhäute, der Nase und auch zu Übertragungen von Infektionskrankheiten kommen. „Safer sniffing“ minimiert das Risiko, sich oder andere mit einer Infektionskrankheit anzustecken und reduziert außerdem das Risiko von Verletzungen deiner Nasenschleimhaut.

Die wichtigsten „Safer sniffing-Regeln“ sind:

Davor:

Konsumiere nicht wenn
: ein Nasenloch verletzt ist oder bei chronischen Schnupfen, da die Infektionsgefahr (HIV, Hep. C, Herpes) steigt.

Verwende eine saubere Oberfläche um die „Line“ aufzulegen und zerkleinere die Substanz zu einem möglichst feinen Pulver. Dies verringert das Risiko, dass größere Partikel in den Nasenhaaren hängen bleiben und die Nasenschleimhaut schädigen.

Verwende immer dein eigenes Röhrchen. Dies schützt dich vor Infektionskrankheiten. Achte darauf, dass es sauber ist und keine scharfen Kanten hat (Verletzungsgefahr + Infektionsrisiko!). ACHTUNG: Banknoten sind nicht geeignet, denn sie sind nicht nur schmutzig sondern oftmals auch mit giftigen Farben bedruckt.

Befreie deine Nase vor dem Konsum durch schnäuzen von Schleim.

Danach:

Schnäuze dich nochmals 10 Minuten nach dem Konsum um deine Nase von Rückständen die an den Nasenhärchen haften zu befreien (Diese können zu Hautreizungen und im schlimmsten Fall zum Absterben von Zellen führen).

Pflege deine Nase: Dafür eignet sich eine Nasenspülung: 1 Löffel Meersalz z.B. Emsersalz in ¼ Liter warmen Wasser auflösen, Kopf zur Seite legen und die Lösung durch ein Nasenloch laufen lassen, die Lösung läuft dann beim anderen Nasenloch wieder hinaus.

Zusätzlich eigenen sich bestimmte Naturöle, um Trockenheit oder Hautreizungen vorzubeugen. Die Öle werden mittels Wattestäbchen oder Papiertaschentuch vorsichtig in der Nase und unterhalb verteilt.

Lege regelmäßige Konsumpausen ein damit sich die Nasenschleimhäute regenerieren können.