Medizinisches / Substanz

 

Frage:   Welche Auswirkungen hat Cannabis-Konsum waehrend der Schwangerschaft bzw. Stillzeit auf das Neugeborene?
 
Antwort:   Cannabis-Konsum waehrend der Schwangerschaft bzw. Stillzeit kann Auswirkungen auf das Neugeborene haben, es sind jedoch bezueglich des Ausmaßes und der Folgeerkrankungen in der wissenschaftlichen Forschung einige Fragen noch nicht restlos geklärt. Beschriebene Auswirkungen in Studien sind : verkuerzte Schwangerschaft (ca. 1 Woche), Verlängerung der Geburtsperiode, kleinere und untergewichtige Babys. Zusaetzlich besagen Studien, dass Kinder von Frauen, die woechentlich 12 oder mehr Joints rauchen, moeglicherweise um einiges unruhiger sind, schreien, viel zittern und nach der Geburt häufiger Sauerstoff als die Kontrollgruppe benötigen. Bei Cannabis sind allerdings keine teratogenen Effekte (Missbildungen) für das Ungeborene bekannt. Aufgrund der Widersprüchlichkeit der vorliegenden Forschungsergebnisse ist jedoch eine gewisse Zurückhaltung in der Beurteilung angebracht, auch wenn die möglichen Schädigungen nicht so offensichtlich und gravierend erscheinen wie nach Alkohol oder Nikotinkonsum.
An dieser Stelle sei drauf hingewiesen, dass ein Joint, auch wenn er pur geraucht wird der Schädlichkeit von 3-5 Zigaretten entspricht. THC erscheint auch in der Muttermilch und ist dort um einiges höher konzentriert als im Blut der Mutter. Eine Studie hat gezeigt, daß Cannabis-Konsum während dem ersten Monat der Stillperiode die motorische Entwicklung (wie etwa die Kontrolle der Muskelbewegung) des Kindes beeinträchtigen kann. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es auf diesem Gebiet für die Wissenschaft noch einiges zu tun gibt. Es ist auch noch nicht geklärt, ob die möglichen Gesundheitsprobleme der Neugeborenen Auswirkungen auf die weitere Entwicklung des Kindes haben, oder nicht. Einige Studien kommen zu der Erkenntnis, dass Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft regelmäßig Marijuana geraucht haben, unter Konzentrationsschwierigkeiten leiden. Die uns bekannten Forschungsergebnisse beziehen sich auf regelmäßigen Cannabis-Konsum. Welche Auswirkungen es auf das Kind hat, wenn in unregelmäßigen Abständen Joints geraucht werden kann von uns deshalb nicht beurteilt werden. Sicherlich spielt jedoch auch hier – wie bei allen psychoaktiven Substanzen – die aufgenommene Menge Cannabis eine wichtige Rolle für mögliche Auswirkungen auf das Neugeborene. Nicht nur wegen den unzulänglichen Forschungsergebnissen, sondern schon alleine aus Respekt vor dem Baby sollte während der Schwangerschaft bzw. Stillzeit auf jeglichen Konsum von psychoaktiven Substanzen, egal ob legal oder illegal, verzichtet werden. Quelle: Aus dem ChEck iT!-Info&BeraterInnenteam
 
Frage:   Wie lange ist Cannabis im Urin nachweisbar und wie bekommt man möglichst schnell wieder einen ‘negativen’ Harn?
 
Antwort:   THC ist eine sehr lipophile – in Fetten leicht lösliche – Substanz, lagert sich also gerne im Fettgewebe des Körpers ab.Im übrigen sind alle psychoaktiven Substanzen lipophile Substanzen, da sie – um im Gehirn wirksam werden zu können – die Blut-Hirn-Schranke überqueren müssen und das können eben nur ‘fett-liebende’ Substanzen. Wenn Substanzen nicht ins Gehirn gelangen, dann können sie dort nicht wirksam werden, dadurch können sich keine psychischen Effekte einstellen und deshalb sind diese Substanzen keine ‘psychoaktiv wirksamen Substanzen’ (Kleiner Einschub). Wie lange THC im Urin nachweisbar ist, hängt von einigen Faktoren ab:
1) welches Testsystem und welcher ‘cut off’ wird verwendet.
Es gibt eine Reihe von Tests, die wir hier nicht vorstellen werden. Das würde eindeutig zu weit führen. Die meisten dieser Tests sprechen auch auf sehr geringe Mengen THC an – sind also sehr ‘sensible’ Tests. Bei einem sehr niedrigen cut off, also wenn schon sehr geringe Mengen THC zu einem positiven Testergebnis führen, kommt es häufiger zu Fehlern – sogenannten ‘false positives’. Das heißt, dass ab und zu beim Test THC im Urin festgestellt wird, obwohl eigentlich kein THC im Urin ist. Deshalb werden bei den Analysen in den meisten Fällen zwei Tests durchgeführt – um Fehler möglichst gut verhindern zu können. Analysen mit einem höheren ‘cut off’ können zwar ganz geringe Mengen THC im Urin nicht feststellen, sind dafür jedoch weniger anfällig für Fehler. Das Problem ist, dass es in Österreich (noch) keine gesetzlich vorgeschriebenen ‘cut-off’ Grenzen gibt.
2) Wieviel Cannabis hast du in der letzten Zeit konsumiert und wie häufig hast du Cannabis konsumiert?
Je häufiger und je mehr THC du aufgenommen hast, desto mehr THC wird sich im Fettgewebe absetzen, umso länger wird THC nachweisbar sein.
3) Personen, die einen ‘schnellen Metabolismus’ oder Stoffwechsel haben, haben THC weniger lang im Organismus als ‘langsame Metabolisierer’. In der Regel weißt du aber nicht, ob du ein ‘schneller’ oder ein ‘langsamer Metabolisierer’ bist. Auch wenn all diese Faktoren berücksichtigt werden, ist es schwer genaue Zeiten zu berechnen. Mit den gebräuchlichen Analyseverfahren kann THC demnach zwischen 3 und 90 Tagen nachgewiesen werden. Um THC rasch aus den Körper zu eliminieren gibt es nur wenige ‘wirksame’ Methoden: viel Sport betreiben um den Stoffwechsel anzuregen, viel Essen – eben auch um den Stoffwechsel zu aktivieren und natürlich nichts mehr rauchen. Keinen Sinn hat es übermäßig viel zu trinken – THC kannst du nicht aus dem Körper ‘rauswaschen’ – oder wenig zu essen – das bewirkt wie gesagt genau das Gegenteil. Alle anderen ‘Methoden’ laufen unter der Überschrift ‘Märchen und Mythen’. Quelle: Aus der ChEck iT!-homebase
 
Frage:   Ab wievielen konsumierten ‘E’s muss man mit Schäden rechnen?
 
Antwort:   Auf diese Frage können wir nur eine sehr komplexe Antwort geben.
1) es hängt nicht davon ab, wieviele ‚E’s konsumiert werden, sondern was in den Tabletten tatsächlich drinnen ist, also ob das tatsächlich ein Amphetaminderivat wie MDMA oder MDE ist oder eine andere Substanz und wieviel von der jeweiligen Substanz enthalten ist – eine Tablette kann ja 0,5 mg MDMA enthalten, aber auch 120mg MDMA oder mehr.
2) dann müssen wir zwischen Kurzzeit- und Langzeitwirkungen unterscheiden und weiters noch zwischen psychischen und körperlichen Problemen. Also ob es dir etwa psychisch nicht gut geht, während die Substanz wirkt, ob du an den Tagen danach depressive Verstimmungen hast und dich traurig fühlst oder nach Jahren psychische und körperliche Probleme hast, die mit dem Konsum von Ecstasy in Verbindung stehen könnten.
3) Weites spielen dein Geschlecht, dein Körpergewicht und einige andere körperliche Faktoren eine Rolle. So unterscheiden sich etwa auf molekularer Ebene die Funktionsweisen in einigen Arealen des Gehirns zwischen Frauen und Männern – kaum, aber doch. Frauen dürften daher längerfristig etwas anfälliger für Langzeitfolgen sein. O.k. Jetzt sollte eigentlich rübergekommen sein, dass das alles ziemlich komplex ist. Die grosse Diskussion bei Ecstasy ist ja, ob Ecstasy längerfristig zu einer bleibenden Funktionsveränderung im Gehirn führt und ob diese Funktionsveränderung dann auch körperlich und psychisch bemerkbare Folgen hat, also etwa depressive Verstimmungen oder bleibende Konzentrationsstörungen. Dazu hat es in den letzten Jahren eine Flut von wissenschaftlichen Studien gegeben, mit Tieren und Menschen. Die meisten dieser Studien kommen zu folgenden Ergebnissen:
- ja, Ecstasy-Konsum kann zu längerfristigen Störungen in einigen Arealen und Systemen des Gehirns – insbesondere im sogenannten ‘serotonergen System’ – führen.
- es ist noch nicht klar, ob sich diese Veränderungen nach Jahren wieder ‘zurückbilden’ oder ob es sich um bleibende Schäden handelt.
- Personen, die Ecstasy häufig und intensiv konsumiert haben, sind anfälliger für depressive Verstimmungen und Konzentrationsstörungen, als Personen die kein Ecstasy konsumiert haben.
- die Wahrscheinlichkeit an diesen Problemen zu leiden hängt neben den oben angeführten Punkten davon ab:
 * wieviele Ecstasys insgesamt – also in deinem gesamten Leben – konsumiert wurden. Die Angaben dazu sind unterschiedlich und hängen natürlich auch von der jeweiligen Person und der Dosierung ab. Manche Studien finden, dass 50 Ecstasy-Tabletten die Wahrscheinlichkeit erhöhen, bei anderen Studien sind es 100 Tabletten und mehr.
  * Wieviele Ecstasys pro Abend oder Einnahme genommen werden. Je größer die eingenommene Menge, desto höher die Wahrscheinlichkeit.
  * Wie groß die Pausen zwischen den einzelnen Einnahmen sind. Zur Erklärung: das serotonerge System braucht bis zu 3 Wochen um wieder annähernd soviele Botenstoffe zu produzieren wie vor der Einnahme da waren.
  * Und dann spielt die sogenannte ‘Umgebungstemperatur’ noch eine Rolle: je heisser der Ort ist, an dem Ecstasy konsumiert wird, desto höher die Wahrscheinlichkeit für bleibende Veränderungen. Also macht es einen Unterschied, ob es bei einem Rave 16 oder 17 Grad hat, oder 25, 30 Grad und mehr. Ziemlich lange Erklärung, aber wie gesagt: das Problem ist auch ziemlich komplex. Die letzten vier Punkte sind in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Quelle: Aus der ChEck iT!-homebase

 Psychoaktive Substanzen / Cannabis

Frage:   Ist es ‘gesünder’ beim Rauchen von Cannabis eine Wasserpfeife zu verwenden?
 
Antwort:   Die karzinogenen, oder krebsauslösenden Stoffe im Zigarettenrauch sind – neben hundert weiteren teils hochgiftigen Stoffe – vor allem der Teer, Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO2), der Kohlenwasserstoff Benzpyren sowie Cyanide, das sind Salze der Blausäure. Diese Stoffe entstehen bei der Verbrennung von Tabak. Wird eine vergleichbare Menge Cannabis verbrannt – etwa beim Rauchen eines Joints – entstehen vergleichbare Mengen dieser karzinogenen Substanzen. Cannabis-Rauch enthält demnach genauso viele karzinogene Substanzen wie Zigarettenrauch. Beides betrifft ungefilterte Substanzen. Aus zumindest zwei Gründen ist die beim Joint-Rauchen aufgenommene Menge an Karzinogenen größer, als die beim Zigarettenrauchen aufgenommene Menge:
1) Joint-Filter sind zumeist kleine, gerollte Kartonstücke die keine Schadstoffe filtern können, Zigarettenfilter filtern hingegen tatsächlich einen Teil der toxischen Substanzen, bevor sie mit dem Rauch in die Lunge gelangen können.
2) Cannabisrauch wird in der Regel tiefer inhaliert und der Rauch länger in der Lunge gehalten als Zigarettenrauch. Hinsichtlich der karzinogenen Stoffe entspricht demnach ein Joint – auch wenn er ‘pur’ geraucht wird – der Schädlichkeit von 3-5 Zigaretten. Also kann das Rauchen von Cannabis – auch wenn es nicht mit Tabak vermischt wird – zu Lungenkrebs führen. Raucher, die sowohl Cannabis als auch Zigaretten rauchen, haben ein höheres Risiko an Lungenkrebs zu erkranken (und das in jüngeren Jahren) als ‘reine’ Zigarettenraucher. Cannabis-RaucherInnen, die 3-4 Joints pro Tag rauchen, leiden ebenso oft an chronischer Bronchitis wie RaucherInnen, die zumindest eine Packung Zigaretten pro Tag konsumieren. Gute Filtermethoden können helfen einen Teil dieser Schadstoffe nicht aufzunehmen – auch das gilt gleichermaßen für Zigaretten wie für Cannabis-Produkte. Bei Wasserpfeifen fungiert das Wasser als Filter – und Wasser ist ein guter Filter: 90% der Phenole – das sind die wichtigsten organischen Verbindungen im Teer – und 50% der Benzpyrene bleiben im Wasser zurück, während der THC-Anteil beinahe unverändert bleibt. Allerdings spielt natürlich auch hier wiederum eine Rolle, wie intensiv ‘gezogen’ und wie lange der Rauch in der Lunge gehalten wird. Und viele KonsumentInnen ziehen an Wasserpfeifen stärker an als an Joints – die gute Filterwirkung wird dadurch teilweise wieder ‘aufgehoben’. Hinsichtlich der ‘karzinogenen’ Schadstoffe ist es demnach am ‘gesündesten’ Cannabis zu essen oder in Form von Tees zu trinken. Auf diesem Prinzip beruhen im übrigen ja auch Nikotinpflaster und Nikotinkaugummis: die toxischen Stoffe bleiben draußen. Quelle: Aus der ChEck iT!-homebase