Drug Checking FAQ


Frage:   Warum veröffentlicht ihr keine Namen und Bilder von aktuellen Analyseergebnissen? Das könnte
doch helfen den Konsum unerwarteter Substanzen zu vermeiden, oder?
 
Antwort:   Es gibt einige sehr wichtige Argumente, weshalb wir die Ergebnisse bei Musikveranstaltungen nur anonym ausgeben und wir auch auf der Webpage erst nach sechs Monaten die Namen, Logos und
Fotos veröffentlichen. Der wichtigste Punkt ist ganz einfach, dass von Namen, Logos und
selbst von Fotos nicht auf die Inhaltsstoffe und die Menge der jeweiligen Substanzen
geschlossen werden kann! Zur Zeit gibt es etwa 10 verschiedene ‘Mitsubishi’ am Markt,
die alle unterschiedliches enthalten. Eine Art davon eben auch das besonders gefährliche PMA.
Wenn du dir unter ‘Drug-checking’ – ‘Ergebnisse’ zum Beispiel die ‘Mitsubishis’ ansiehst, wirst
du merken, dass es sehr schwierig ist, diese auseinander zu halten. Gleiches gilt natürlich auch
für andere Tabletten. Tabletten werden häufig nachgepresst – von den ursprünglichen
Produzenten oder von anderen Produzenten – mit gleichem Logo, anderem Inhalt und
anderer Substanzmenge. Wir machen zudem keine ‘Qualitätskontrolle’ im Sinne von ‘jeder soll
die Möglichkeit haben möglichst hoch dosierte ‘E’s konsumieren zu können’, sondern wir versuchen
vor besonders bedenklichen und hoch dosierten Substanzen zu warnen. Deshalb haben wir die
Ergebnisse ja auch in ‘erwartete Substanzen’, das sind Tabletten, die als Ecstasy gekauft wurden
und tatsächlich MDMA oder MDE in einer Dosierung von unter 120mg enthalten, in ‘unerwartete
Substanzen’, also Tabletten mit zusätzlich anderen oder nur anderen Inhaltsstoffen und
‘gesundheitlich besonders bedenklichen Substanzen’, das sind besonders hoch dosierte Tabletten
mit mehr als 120mg MDMA oder MDE oder Inhaltsstoffen wie Atropin, Methamphetamin oder eben PMA, eingeteilt. Die Namen und Fotos der ‘erwarteten Substanzen’ geben wir erst nach sechs
Monaten bekannt, vor den ‘unerwarteten’ und ‘gesundheitlich besonders bedenklichen Substanzen’
warnen wir natürlich sofort – beim Rave und auch auf der Homepage. Stell dir bitte vor, dass wir 5
‘aktuelle’ Mitsubishis auf unsere Webpage stellen und alle enthalten MDMA in geringer Dosierung.
Dann bekommst du zufällig ‘Mitsubishis’ die genauso ausschauen (und genau das versuchen die Produzenten natürlich!) und weil auf der ChEck iT!-Homepage steht, dass die eher niedrig dosiert
sind, nimmst du gleich 3 oder 4. Und was, wenn sie PMA enthalten? Oder alle 3 enthalten Atropin?
Das wäre eine absolute Katastrophe. Vor der ‘Suchmaschine’ bei den ‘Drug-checking-Ergebnissen’
haben wir übrigens eine ähnliche Erklärung reingestellt. Quelle: Aus der ChEck iT!-homebase
 
Frage:   Wie funktioniert die Probenannahme bei Musikveranstaltungen und inwieweit bin ich bei diesem Test anonym?
 
Antwort:   Wer bei uns eine Probe analysieren lassen will, geht ins sogenannte ‘Probenzelt’, das immer direkt bei unseren Info- und Beratungsangeboten aufgebaut ist. Um die Anonymität der BesucherInnen zu gewährleisten, wird immer nur eine Person in dieses Zelt gelassen. Deine Tablette, deine Kapsel oder dein Pulver wird dann von beiden Seiten fotografiert und gewogen. Danach wird die Probe mit einer Mikroschublehre vermessen und Daten wie Logo, Farbe, Bruchrille etc. aufgezeichnet. Wir fragen dich auch, was die Probe gekostet hat, ob du eine oder mehrere gekauft hast und wie alt du bist. Deinen Namen oder andere persönliche Angaben brauchen wir natürlich nicht. Du streichst dann mit deiner Tablette über eine kleines Stück Schleifpapier – ein paar Milligramm bleiben haften, gerade genug für eine genaue chemische Analyse. Die Probe wird schließlich noch einmal mit einer Feinwaage gewogen und geht dann sofort in das Labor. Wir berühren die gesamte Zeit über deine Tablette nicht – unter unserer Anleitung, kannst du alles selbst erledigen. Das Analyseergebnis wird nach zirka 30-60 Minuten an der Ergebniswand im Info-Bereich ausgehängt – anhand einer Nummer kannst du das Resultat deiner Probe zuordnen. Wenn du willst, können dich MitarbeiterInnen des ChEck iT!-Teams über die Bedeutung des Ergebnisses beraten und dir weiterführende Informationen geben.Während des gesamten Prozesses wirst du weder von uns, noch von anderen Personen beobachtet, zu persönlichen Dingen befragt oder gar fotografiert. Du bleibst also anonym
 
Frage:   Wie funktioniert die Probenanalyse bei Musikveranstaltungen?
 
Antwort:   Die Proben werden vom ‘Probenzelt’ zum Labor gebracht. Die Proben werden von Prof. Rainer Schmid, vom Klinischen Institut für medizinische und chemische Labordiagnostik des AKH Wien, und einem Team von 2-3 weiteren ChemikerInnen chemisch analysiert. Die Analyse wird mittels mehrerer HPLC-Anlagen durchgeführt. HPLC steht für ‚High Performance Liquid Chromatograph‘, auf deutsch: Hochleistungsflüssigchromatographie. Die Probe wird also verdünnt und aufbereitet und durchläuft dann ein komplexes, chemisches Verfahren. Als Ergebnis werden an den Bildschirmen Chromatogramme, also Kurven mit bestimmten Wellenlängen und –höhen angezeigt. Diese Kurven werden schließlich mit Kurven bekannter Substanzen verglichen – Software unterstützt natürlich. So kann bestimmt werden, um welche Substanz es sich handelt, und wieviel der jeweiligen Substanz in der Probe enthalten ist. Diese Prozedur dauert nur wenige Minuten. Finden die ChemikerInnen keine weitere Substanz, wird das Ergebnis ausgehängt. Sollten andere oder zusätzliche Substanzen gefunden werden, hängen wir eine Warnung aus und analysieren die Probe im Massenspektrometer. Das Ergebnis dieser Analyse wird ebenfalls im Infobereich ausgehängt.